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Weil der Mann im Nebenzimmer schnarchte, musste ich erstmals meine Ohrstöpsel zücken. Um 6:45 Uhr gab es dann ein schönes Frühstück, so dass ich früh für die geplanten 33 km starten konnte. Das Wetter war perfekt, bis es mittags ab Melide (ca. km 20) dann doch etwas zu warm wurde. Nur das Stockgeklapper zweier Italiener nervte, die ich irgendwie auch nicht abschütteln konnte. In Melide machte ich eine Pause und lüftete die Schuhe, um für die letzten 13 km ein gutes Klima zu schaffen. Unterwegs traf ich auf viel neues Volk, vor allem Pilger, die mal eben die letzten 100 km ab Sarria laufen und eine komplett durchgestylte Reise unternehmen. Was solls. Es sind leider auch viele Spaßvögel unterwegs, denen permanentes Labern und Lachen wichtiger sind, als Ruhe, Achtsamkeit, Meditation oder Kontemplation... Mein Raum mit Bad in der Herberge/Pension „Caminates“ ist jedefalls super und kostet 25 Euro. Das Menü in der Bar nebenan ist nicht erwähnenswert. Der restliche Weg nach Santiago ist jetzt nur noch 43 km lang.

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Gestartet bin ich auf Wegen wie hier. Viel Asphalt, aber dafür relativ eben.

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Derweil kämpfte sich die Sonne von hinten langsam durch die Wolken. Das war nicht so dunkel, wie es hier auf dem Foto aussieht.

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An dieser Quelle hat sich Jesus vor langer Zeit die Haare gewaschen und die Nägel gemacht. Das Quellwasser ist mittlerweile natürlich sehr stark verdünnt, aber das ist so ähnlich wie bei den Globulinen, die ja auch extrem verdünnt wirken.

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Der weiße Ort im Hintergrund ist Melide in ca. 8 km Entfernung. Dort trifft mein Weg auf den Camino Frances. Somit ergeben sich auch neue Bekanntschaften und Begegnungen mit seltsamen Pilgern, die erst in Sarria gestartet sind.

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Netter Vorgarten mit vielen Pflanzen und Blumen. Blumen sind ja eigentlich auch Pflanzen, oder?

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Hier beisbpielhaft meine Pilgerfreude aus Asien. Es gab sie heute massenhaft ab Melide. Ab Sarria werden die letzte 100 km abgelaufen, um in Santiago die Compostela als Nachweis für den Jakobsweg zu erhalten. Sportschlappen, Ringelsocken, Jeans, Tagesrucksäckchen und Kopfhörer (bei den jungen) sind angesagt. Irgendwo wartet dann ein 5-Sterne-Bus, der sie dann ins Hotel abseits des Weges bringt. Kann man machen - jeder geht halt seinen eigenen Camino auf eigene Weise.

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Asis gibt es auch überall. Es ist verständlich, dass man sein schlimmes Bein mal hochlegen möchte, aber warum lässt man die nassen Adiletten an, mit denen man wohl eben noch vorm Gemeinschaftsurinal stand? Vom fiesen Nagelpilz will ich gar nicht reden. Dieser Mann war übrigens westlicher Prägung und man findet sie auch bei uns in den Herrenumkleiden beim Training.

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Kommentare  

#1 RestekilometerMutti 2019-05-26 13:28
Wie fühlst du dich so kurz vor dem Ziel? Du hast einen sehr schwierigen Weg gewählt und wahrscheinlich viel ruhiger
durchlebt als Claudia. Ich hoffe dich enspannt und auch erschöpft wieder zu sehen. Ich freue mich noch auf 2 Berichte von dir und denke mit Hochachtung an dich, Mutti
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