Hallo Familie & Freunde,
mit dieser Seite möchte ich Euch - also den daheim gebliebenen - mit Bildern und kurzen Berichten an meinem rund 900 km langen Weg, dem Camino Frances von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostella und dem Cap Finisterre im Zeitraum Ostern bis Pfingsten 2016 teilhaben lassen und ich freue mich über Eure Kommentare.
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Liebe Grüße, buen Camino und viel Spaß beim Stöbern
Michael (04.05.2016)
Karte des Wegs:
Die Karte zeigt des gesamten Weg von St. Jean Pied de Port im Französischen Teil der Pyrenäen nach Santiago de Compostela und weiter nach Fisterra und Muxia.
Verwendung der Karte mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlags vom 14.02.2020
(Großansicht)
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Reiseführer:
Trotz guter Wegmarkierungen möchte man manchmal wissen, wo man ist, was einen hier oder im nächsten Ort erwartet. Die Kombination aus beiden Büchern war ideal. Das Buch aus der Outdoor-Reihe ist deutlich ausführlicher und informativer, gerade wenn z.B. der Weg unklar ist, aber dafür ist das Buch von Michelin sehr kompakt und auf die Essenz reduziert. Beide Bücher würde ich wieder mitnehmen.
1. Reiseführer Conrad Stein Verlag: Camino Frances ISBN 978-3-86686-424-5 (2015) |
2. Reiseführer Michelin: Camino de Santiago ISBN: 978-2-06-714805-5 (2014) |
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Kommentare:
#1 — Moin Michi!
Zuerst einmal möchte ich Dir zu Deiner Entschedung gratulieren, eine neue Lebenserfahrung zu geniessen! Ich denke geniessen ist hier das richtige Wort, auch wenn es Tage geben wird an denen Du Dich fragen wirst - was mache ich hier eigentlich überhaupt - alles Fragen und kurz aufkommende Zweifel, welche Du aus dem damaligen Marathon Training schon kennen wirst. Aber genaudeshalb wirst Du es auch schaffen und "Deinen" Weg gehen, denn alles was Du an Erfahrungen & Eindrücke sammeln wirst, wird Dich antreiben weiterzumachen!
Ich wünsche Dir eine unvergessliche, spannende und ereignisreiche Zeit auf dem Camino - finde Dein Tempo und probiere in den Tag zu leben & nicht zu viel im Voraus zu planen, umso weniger Erwartungshaltung & somit auch Enttäuschungen wird es geben. Die besten Dinge geschehen meist durch Zufall und freiem Kopf! Ich werde gespannt hier hin und wieder reinschauen und wünsche Dir nichts weniger, als das Beste Erlebnis Deines Lebens!
Gruss und Buen Camino mein Freund ;)
Dirk
#2 — Mein lieber Brudu,
gestern haben wir Mamis DVD-Recorder wieder zum Laufen gebracht und den französischen Film von Dir eingelegt: Schönes Wetter, grüne Landschaften und gaaaaanz viel Sonne! Also schon etwas anders, als es Deinen Fotos zu entnehmen ist.
Wenn Du jetzt in Hamburg wärst, würdest Du übrigens vorsichtiges Grün vorfinden und Vögel, die sich auf den Frühling eingestellt haben und morgens ganz laut zwitschern.
Ich finde es übrigens sehr schön, dass Du die Familie vergrößert hast
!
Für die letzten, noch immer beeindruckend vielen Kilometer wünsche ich Dir alles Gute und viel Erfolg.
Liebe Grüße, Deine kleine Schwetsre 
#3 — Hallo Michael,
herzlichen Glückwunsch zu deinem erreichten Ziel, Santiago de Compostella.
Ich weiß nicht ob ich mich Freuen soll,denn nun gibt es keine tollen Bilder und schöne Geschichten mehr von dir.
Astrid und ich haben uns fast jeden Abend deine Fotos und Kommentare mit Vergnügen angesehen, nicht selten musste wir auch lachen. Um das Wetter habe wir dich nicht beneidet, manchmal ehr bemitleidet, aber wir wissen du bist ein waschechter Hamburger Jung,den macht das Schietwetter nichts aus. Genieße die schönen Tage , lass es dir gut gehen und wir alle freuen uns auf das Wiedersehen mit dir.
Liebe Grüße auch von der ganzen BSG Karate Gruppe,
Peter und Asty.
#4 — Hallo Michi, freue mich zu sehen dass du den Weg ohne nennenswerte Blessuren überstanden hast. Ich hoffe du hast den Weg trotz des zeitweise schlechten Wetters genossen. Bis bald in HAM
Wo macht man sich am besten schlau über Pilgerreisen, wenn nicht bei den Profis, die schon sämtliche Wege beschritten haben und die einem mit viel liebevollem und ehrenamtlichen Engagement sowie Rat & Tat zur Seite stehen.
Michael Gercke und Fred Brodina vom Pilgerstammttisch Hamburg sind zwei solche Leute. Regelmäßig leiten Sie diesen Stammtisch im Cafe SternChance. Dort trifft man ein Reihe interessanter Leute, die entweder schon unterwegs waren oder die es noch vorhaben und sich diesbezüglich schlau machen wollen.
Jedenfalls veranstalteten die beiden am 30.01.2016 ein Neupilgertreffen und eine bunte Schar von etwa ein Dutzend Leuten fand sich dort ein, um sich über das Pilgern zu informieren. Die beiden hatten sogar an das leibliche Wohl gedacht und einige Dinge zum Essen & Trinken vorbereitet. Vorgestellt wurden diverse unterschiedliche Routen, eine Dia-Show mit Eindrücken vom Camino Frances sowie Vorschläge für Packlisten - getrennt nach Weiblein und Männlein. Michaela und Fred packten auch ihre mitgebrachten Rucksäcke aus und demonstrierten, was für sie wirklich wichtig und notwendig ist und was eben auch nicht. Man sollte sich ja gut überlegen, was man die 30-40 Tage so mit sich rumschleppen möchte - jedes kg kann bitter bereut werden. Ich brachte jedenfalls auch meinen Rucksack mit und zusammen mit Fred sichteten wir den Inhalt. Die meisten Sachen waren für ihn schon ganz ok, aber bei meinem elektrischen Reiserasierer (165 g inklusive 2 x AA-Batterien) fanden wir keinen Konsenz. Ich muss meine Erfahrung halt selber machen. Möchte ich stattsdessen morgens mit eine Klinge (5 g) in meinem Gesicht herumfuhrwerken? Bei eingen Dingen hatte er allerdings doch Recht und ich überarbeitete mein Liste zum etwa 384. Mal. :-)
Ein weiteres Neupilgertreffen ist für den 16.04.2016 geplant. Kantaktiert die Beiden einfach und alles wird gut. Am besten trefft Ihr sie beim Pilgerstammtisch, der ca. einmal pro Monat stattfindet. Ich bin ihnen für Engagement sehr dankbar.

Im Vorwege einer längeren Pilgerreise stellt sich immer die Frage: Was packe ich alles in meinen Rücksack? Schnell hat man ein paar kg zuiel drin und schleppt sich dann einen Wolf. Diese dreistündige Tour diente dem Training und sollte folgende drei Fragen klären:
1. Funktioniert der Regenschutz, also der Regenponscho?
2. Brauche ich wirklich Trekking-Stöcke für den Jacobsweg?
3. Welche Brillen nehme ich mit auf die Reise?
Für die Klärung aller drei Fragen bot sich der Anfangsteil des Heidschnuckenwegs von Hamburg Fischbek Richtung Süden an, weil es hier shietiges Wetter gibt, man muss hier und da ein paar Wegweiser suchen und weil es zum Teil recht steile und matschige Passagen gibt, die ein sorgfältiges Gehen erfordern. Die ganze Etappe bis nach Nenndorf hatten wir 2015 schon mit den Karateka und Taijika von Kenshoka bewältigt. Ich ging also 90 Minuten mit Hilfe der Stöckchen in Richtung Süden und auf dem Rückwegweg dann freihändig - also ohne Stöckchen. Außerdem dabei: Mein realistisch gefüllter Rucksack, der 8,8 kg wog. Die Temperaturen bei Abreise und Ankunft betrugen +7,5 °C. Mein Wunschwetter - also +2 °C mit Dauerregen - gab es leider nicht. Stattdessen +7,5 °C mit reichlich Bewölkung.

Der Start war in Hamburg-Fischbek. Man kann da gut parken und der Weg ist ganz gut ausgeschildert. Zumindest auf dem Hinweg fand ich fast alle Hinweise - irgendwo in Tempelberg verlief ich mich dann aber doch.

Hätte ich man aufgepasst und meine Sonnebrille aufgehabt. Diese bummelte nämlich mit einem Brillenband um meinen Hals und man kann sich daran gewöhnen. Wenn ich wegen meiner Kurzsichtigkeit also mal den Durchblick brauche, werde ich einfach meine Sonnenbrille aufsetzen, die nämlich Sehstärke hat. Also Entschluss: Eine Sonnenbrille mit Sehstärke reicht. Normale Brille bleibt zuhause. Das spart wieder 80 g. Klingt nach wenig, aber alles was man nicht braucht, muss zuhause bleiben:

Hier ein paar Impressionen von unterwegs. Die Heidelandschaft, die natürlich unter Naturschutz steht, ist wirklich schön anzusehen und zu bewandern. Wie man sieht, schien sogar kurz die Sonne:


Unterwegs war ich aber wegen dieser Wege hier. Also möglichst unbefestigt, schlammig und steil. Eine echte Pyrenäen-Simulation ist im Großbereich von Hamburg ja kaum möglich:



Hier war nach 90 Minuten die Wende. Keine Ahnung wo das war. Ist auch egal. Ab jetz tging es ohne Gestöckel wieder den gleichen Weg zurück:

Unterwegs traf ich noch einen wandererfahrenen Mountain-Biker, der mir sagte, das er sich bei Bedarf immer einen Stock abgesägt hatte. Ich sollte die Stöcke ruhig zuhause lassen und stattdessen lieber ein Sägeblatt einstecken. Das wäre deutlich leichter. Ok, wie ist jetzt die Abwägung der Argumente?
Mit Trekking-Stöcken:
- Die Stöcke helfen beim Abwärtsgehen auf Schotter, weil sie vor dem Ausrutschen stützen.
- Man kann mit ihnen im Morast stochern, wenn man begehbare Stellen sucht.
- Keine geschwollenen Händen, weil die Hände nicht herab baumeln und sich dann mit Blut füllen.
Ohne Trekking-Stöcke:
- Kein Zusatzgewicht von 483 g.
- Keine Gefahren beim Transport im Flugzeug.
- Kein Klack-Klack-Klack-Geräusch beim Wandern.
- Verlassen auf sich selbst, seine eigene Balance und den eigenen Gehapparat.

Entschluss: Die Dinger bleiben zuhause. Ich werde es freihändig versuchen...
Am 27.02.2016 wurde die jährliche Pilgermesse veranstaltet. An diversen Ständen kann man sich über verschiedenste Toure und Strecken informieren. Es gibt jede Menge Literatur sowie Zubehör und Andenken zu kaufen. Natürlich gab es auch diverse Leckereien zu Essen und zu trinken. Der Pilgerstammtisch Hamburg bot mit seinem Stand sogar Ausrüstungsgegenstände an, die man vielleicht doch nicht mehr benötigt - verkauft die Sachen sozusagen in Kommission. Interessant war die Aufbruchsstimmung, die man überall spüren konnte.
Hier ein paar Eindrücke:






An einem Stand bekam ich noch eine Jakobsmuschel geschenkt, in die ich noch einen kleinen Schutzengel einkleben muss. im Vergleich zur Muschel von Fisch-Koch aus Hummelsbüttel (100 g) ist diese hier mit 30 g deutlich leichter.

Jedenfalls habe ich über die Verkaufsmesse des Stammtischs auch meine Trekking-Stöcke an den Mann gebracht

Diese Zip-Pants von Meru Typ Grimsey Größe 24 würde ich gern noch loswerden. Ich habe sie 3 x getragen und sie ist noch fast neuwertig. Mein knackiger Po braucht halt etwas mehr Platz. Der Neupreis 2015 lag bei 60-70 Euro. Bitte melden bei Interesse.
Das Wort Höhentraining ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, aber tatsächlich gibt es auf dem Weg einige Höhen zu überwinden. Und das fängt bereits mit der ersten Etappe zwischen St. Jean Pied de Port und Roncesvalles an, wenn man über den Pass die Pyrenäen überwinden möchte. Das Höhenprofil sieht dann so aus:

Zwischen St. Jean Pied de Port (180 m) und der höchsten Stelle bei Col Lepoeder (1432 m) liegt ein Höhenunterschied von 1252 m, der auf einer Strecke von ca. 20 km bezwungen werden muss. Wie könnte man das üben, wenn man quasi auf dem flachen Land wohnt? Die höchsten Erhebungen hier sind Müllberge. Müllberge? Richtig, da geht was: In Hummelsbüttel gibt es den alten Müllberg mit dem Hummelsee, der an einigen Ecken auch recht steil und somit schön unwegsam zu erklimmen ist. Er hat etwa eine Höhe von ca. 76 Metern und wenn man die oben genannten 1252 m durch 76 m teilt, erhält man 16,5. Man muss diesen Müllberg also "nur" 16 bis 17 Mal besteigen und ist damit also eine Höhe von rund 1200 m auf und wieder abgestiegen. Das Trainingspensum für den 19.03.2016 war somit festgelegt: 16 mal diesen Müllberg rauf und wieder runter und das in voller Ausrüstung und ohne Stöcke wie beim Jakobsweg selbst. Der Rucksack wog 8,6 kg.
Die Wettersituation am Anfang und am Ender der Kraxelei:
| Das Startwetter war perfekt... |
... leider gab es kein Regen! |
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Hier an der Infosäule habe ich geparkt. Dies war der Start und jede Runde wurde hier abgeklatscht. Das Ziel lag oben auf dem Berg - etwa da, wo die Birke in Bildmitte den Gipfel kreuzt.

Das war der schöne Weg, den es zu erklimmen galt - also zunächst an der Abzweigung links und dann bergauf:

Weiter...

...noch weiter...

zum letzten steilen Anstieg mit Wegevariationen, damit es nicht langweilig wird.

Ziel ist der Steinhaufen - hier gegen 08:10 Uhr noch im Nebel gelegen:

Es erwartet einen bei klarer Sicht aber auch eine grandiose Aussicht (bitte anklicken zum vergrößern):

Nächste spannende Frage: Wie verändert sich der Jung über die rund 3:45 Stunden?
08:10 h (76 m) |
08:22 h (152 m) |
08:35 h (228 m) |
08:47 h (304 m) |
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09:00 h (380 m) |
09:12 h (456 m) |
09:25 h (532 m) |
09:38 h (608 m) |
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09:53 h (684 m) |
10:06 h (760 m) |
10:20 h (836 m) |
10:34 h (912 m) |
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10:47 h (998 m) |
11:00 h (1064 m) |
11:14 h (1140 m) |
11:28 h (1216 m) |
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Man sieht es mir kaum an - ein Lächeln geht noch, aber ich gebe zu, die Beine wurden mir nach fast 4 Stunden rauf und runter doch etwas lahm und meine Knie spürten die Belastung auch. 1216 m Höhe habe ich geschafft, wenn auch nicht, wie im richtigen Gebirge, wo es sich dann über eine Distanz von 20 km hinzieht. Grob geschätzt bin ich die Hypothenuse eines rechtwicklingen Dreiecks gelaufen, welches aus der Ankathete (Luftlinie ca. 445 m) und der Gegenkathete (Höhe ca. 76 m) besteht. Die einfache Distanz den Müllberg hoch entspricht in etwa der Wurzel aus (Luftlinie² + Höhe²) = 450 m. 16 mal rauf und runter sind dann immerhin doch 14,4 km in knapp 4 Stunden gewesen.
Fazit: Der Junge wird es packen !!!
PS: Diesen entzückenden Einkaufzettel fand ich unterwegs. Da kann sich jeder eine Geschichte zu ausdenken (bitte anklicken zum vergrößern):

Kommentare:
#1 — Wenn meine Yoga-Lehrerin jetzt gleich mit dem Baum oder ähnlichem kommt, ist das sehr suboptimal für meine Gräten
http://www.asanayoga.de/blog/yoga-baum-vrksasana/
#2 —
hört sich an wie von Maddin geschrieben, aus der Schillerstraße!!
#3 — Neben schampu und waschpüllwer also auch einen Hund kaufen - cooler Zettel!
Respekt für die Arbeit mit der Internetseite
Einen guten Weg von Hamburg nach St. Jean Pied de Port, dem Anfang der Pilgertour, zu finden, ist nicht so ganz einfach. Viele Wege und Transportmittel bringen einen dorthin, aber häufig passen sie nicht so recht zueinander, so dass man unnötig übernachten oder andere Unwegsamkeiten auf sich nehmen müsste. Google-Maps meint, dass man die rund 1.700 km mit dem Auto in gut 17 Stunden schaffen kann... Ich fand dann aber doch eine passable Verbindung, die mich am Abend des 29.03.2015 gegen 20:00 Uhr in meinem Hotel "Itzalpea" in St. Jean Pied de Port ankommen lassen müsste.
07:05-08:15 mit Flug SN 2630 von Hamburg nach Brüssel (Brussels Airline)
09:40-11:25 mit Flug SN 3667 von Brüssel nach Toulouse (Brussels Airline)
11:25-12:31 mit einem Taxi oder Bus vom Flughafen Toulouse Blagnac zum Bahnhof Toulouse Matabiau
12:32-15:58 mit der Eisenbahn IC 14245 von Toulouse Matabiau nach Bayonne (SNCF)
18:06-19:12 mit der Eisenbahn TER 67331 von Bayonne nach St. Jean Pied de Port (SNCF)
19:12-20:00 per Pedes vom Bahnhof St. Jean Pied de Port zum Hotel Itzalpes
So die Theorie... In der Praxis sieht es so aus, dass am 22.03.2016 ein paar religiös irre geleitetet Dumpfbacken sich jetzt im Himmel mit 76 Jungfrauen sehen, weil sie u.a. am Brüsseler Flughafen eine Bombe zündeten und dabei viele unschuldige Menschen umbrachten. Mein Flug via Brüssel wurde deshalb gecancelt, was in diesem Zusammenhang sicher das allerkleinste Übel ist. Trotzdem ergibt sich jetzt nur eine Ausweichroute mit KLM via Amsterdam nach Toulouse. Natürlich ereiche ich dort keinen Zug nach Bayonne oder St. Jean Pied de Port mehr, aber ich bin schon mal etwas näher dran und könnte dort übernachten. Am Tag darauf gibt es eine brauchbare Verbindung von 10:31 Uhr via Bayonne bis 15:45 Uhr an St. Jean Pied de Port. Was einem die streikfreudigen Französischen Bahnmitarbeiter aber auch sagen, das ist dies:

Geile Wurst! Allerdings macht einem die Wetterprognose für Morgen (Mittwoch) wirklich Hoffnung darauf, bei Sonne über den Pass der Pyrenäen zu marschieren:
Da ich also mit dem Zug mein Ziel heute nicht erreiche und wenn ich heute noch Lust habe, halte ich mal den Daumen raus und versuche es wie früher, als ich noch jung und schön war. Durch die Verzögerung konnte ich ja noch zwei Schilder basteln:

Die Entfernung ist 305 km und dauert, wenn man mit dem Auto durch fährt, etwa drei Stunden. Ich wäre dann doch noch abends in meinem Hotel. Schauen wir mal...
So gesehen ist die Anreise doch ganz schön kuddelmuddelig. Sie kostet etwa 160 Euro und man ist innerhalb eines Tages am Startpunkt der Reise, kann abends noch einen Happen essen und man kann in einem sauberen Hotel, dass bei Booking.com mit 8,8 Punkten bewertet wurde, hoffentlich gut übernachten. Nachdem ich bei der Hotel-Reservierung angab, dass ich gern ein Nichtraucherzimmer mit Frühstück bekommen möchte, kam per Email folgende Antwort vom Hotel: "Sir, Thank you for your reservation. Have you seen the reserved room has no window but a skylight. Hope to see you. Kind regards. Evelyne". Was mag dass wohl bedeuten: Ein Zimmer ohne Fenster, aber dafür mit "Skylight"?!? Ich bin schon ganz gespannt :-)

Aber auch das war Theorie. Da man in der Tourist Information am Flughafen Toulouse nicht wusste, ob es eine Busverbindung nach Bayonne oder SJPDP gibt, habe ich gleich das Trampen versucht. Nach 15 Minuten nahm mich Jean Jaques, ein älterer Franzose, mit nach Saint Gaudens mit. Dort an der Autobahnauffahrt erbarmte sich nach 45 Minuten und einbrechender Dämmerung eine Frau mit Sohn mich mit in den nächsten Ort zu nehmen. Dann gabelte mich Alan auf, der mich nach Lannemezan mitnahm und zeigte mir dort den Bahnhof und das Hotel. Im Hotel blieb ich dann und Alan bot an, mich um 7:30 Uhr zum Bahnhof abzuholen. Im Hotel gab es für 53 Euro eine sauberes Bettchen, eine saubere Dusche, Frühstück sowie ein 4-Gänge-Abendessen, was ganz ok war. Ok, Anreise an einem Tag nicht geschafft, aber abends in Sicherheit. Gute Nacht!
Kommentare:
#1 — Lieblingssohn,
was für ein schöner Abschied mit all den Köstlichkeiten. Es war schön bei dir!!!
Komm gesund nach Hause und übernimm dich nicht zu sehr. Ich werde ständig an dich denken und was immer du dir von der Tour versprichst soll in Erfüllunf gehen.
Liebe Grüße deine Mutter
#2 — Hallo Michael, ganz schön ruckelig (schreibt man das so?) der Anfang deiner Reise aber dann kann's nur gut werden. Du hast viel geschrieben, ich weis ja wieviel Arbeit das macht, wann hast du das denn bei dem hin und her noch geschafft. Liest sich gut, also der Style - bin neidisch! Meine 6 Monate Südamerika Reise geht langsam zu Ende und dein Abenteuer beginnt. Ich wünsche dir eine tolle Zeit, grandiose Erfahrungen, nette Menschen am Wegesrand, gutes Wetter und das es nun wie am Schnürchen weiter geht. Freue mich auf deinen Bericht bei einem Bierchen wenn du wieder da bis. Gute Reise ... André (Gruß aus Rio de Janeiro)
Übernachtung in Lannemezan. Alan hat mich tatsächlich um 7:30 Uhr abgeholt und zum Bahnhof gebracht. Die Züge in Frankreich fahren pünktlich und so war ich um 12:08 Uhr in SJPDP. Das Hotel habe ich sofort gefunden und sie hatten auch mein fensterloses Zimmmer noch. Dann bin ich gleich ins Pilgerbüro und man machte mit gleich klar, dass der Weg über den Pass nicht möglich ist, weil dort Schnee liegt. Na gut, das is dann halt so, obwohl wir hier im Örtchen 20 Grad mit Sonne haben. Ich gehe also Morgen den alternativen Weg.

Jo, ich bin da...

...auch an dem Hotel, das ich am Tag zuvor nicht erreichen konnte.

Hier die Weggabelung mit Schildern, die Anzeigen, dass der Pass gesperrt ist (links) und die Richtung der alternativen Route (rechts).

Dies ist wohl die Brücke aus dem Film "Mein Weg", bei der der Polizist den Vater verabschiedet und ihm noch die Richtung weist.
Kommentar:
—
Lieber Sohn,
nasse Schuhe trocknen viel schneller, wenn man sie mit Zeitungspapier ausstopft. Papier auch durchaus nach zwei Stunden erneuern. Sie passen dann wieder und verformen sich nicht (hilft Blasen vorzubeugen. Ich wünsche dir heute ein sehr viel schöneres Wetter und gute Laune, nette Leute unterwegs, schmackhaftes Essen und ein warmes Bett.
Ich denke an dich
Mutti
Heute startet die erste Tour, die mich auch gleich nach Spanien bringt. Der Tag startet gut mit einem lecker Frühstück.

Hier das Frühstücksbuffet mit Croissants, aber auch mit Müsli und anderen Dingen, die einen für die erste Tour satt machen...

... aber was ist mit dem Wetter? Tut das Not?

Kein Gejammer mehr, auf geht's!!! Der Tag erwacht. Der Mann ist auf das Wetter vorbereitet. Man erkennt das an dem Regenponscho.

Das Spanische Tor. Hier beginnt die rund 800 km lange Reise nach Santiago de Compostela. Am Boden sieht man die Jakobsmuschel, das Symbol der Jakobspilger.

Um es gleich zu sagen: Ein Spaß war das nicht. 5 Minuten nach dem Start fing ein Dauerregen an, der kurz vor Ende in Schnee über ging. Ich bewältigte die Strecke zusammen mit Chris, einem Schriftsteller aus Yorkshire (EN) und Tom, einem Feuerwehrmann aus Oregon (US). Trotz Ponscho, waren Hose, Socken und Schuhe klitschnass. Die Füßen brauchten eine Weile um unter der heißen Dusche ihre Farbe wieder von weiß auf rosa zu wechseln.

Von links nach rechts: Tom, meiner Einer und Chris.

Der Schlafsaal mit seinen Kojen je zwei Doppelbetten. Diese sind nicht nach Geschlechtern getrennt. Die Mönche sind in dem Kloster sehr prakmatisch.
Abends ab es noch typisches Pilgermenü mit Vorspeise, Hauptspeise (auch vegetarisch) und Nachspeise sowie Wein und Wasser.
Kommentare:
#1 —
Moin Michi, gutes Gelingen und viel Glück !
Lieben Gruß von Karin 
#2 — Moin Michael, das macht ja Spaß, hier zu stöbern, wo Du Dich so rumtreibst. Während "Ganz Hamburg" von Eisdiele zu Eisdiele schlendert, suchst Du Dir den Weg zwischen den Schneefeldern. Tapfer! Ich wünsche Dir eine Schwung Sonne und alles Gute. Björn
Blick zurück auf 30 Jahre Karate:

Blick zurück auf meinen roten Faden im Leben - 30 Jahre Karatedo. Start war der 1. April 1986 im Juka Dojo Fuhlsbütel bei Joachim Töpfer. Trotz einiger Wegwechsel bin ich immer noch dabei und hoffe, diesen Weg noch lange verfolgen zu können. Mittlerweile habe ich diverse Karateka getroffen und lieb gewonnen, die mir neue Wege zeigen oder mit denen ich gemeinsam neue Wege probieren kann. Es bleibt sehr spannend :-)
Was war sonst noch los heute?

Das Wetter war wirklich gut und das tat uns nach dem eisigen Vortag auch echt gut. Die Prognose passte. Die Schuhe waren natürlich noch nass, aber man konnte den Ponsch weglassen.

Einige Gipfel der Pyrenäen tragen noch Schnee und selbst auf dem Pass (Route Napleon) lag der Schnee kniehoch. Das erzählte auch einer, der es dort vergeblich versucht hatte. Die etwa 5-10 Warnungen aus dem Pilgerbüro, diesen Pass nicht zu benutzen, waren also richtig.

Kein Mensch wandert normalerweise durch solche Wege, aber was will man machen? Wir müssen nunmal da durch. Die Schuhe wurden dadurch nicht trockener...

Wundersame Angebote begegnen einem auf diesem Weg...

Dies war unsere private Herberge, in der man sich rührend um uns kümmerte. Wir hatten ein 4er Zimmer und im Haus gab es einen Kamin. Das tat gut, das Dinner mit Rotwein auch.
Kommentare:
#1 — Michi, wir verfolgen täglich deine abenteuerlichen Etappen. Immer auf den Weg gucken, damit du nicht stolperst. Hoffentlich sind deine Halsschmerzen verflogen. Hattest du nette Geburtstagsgäste? Alles Gute und schreibe so nett weiter!
Liebe Grüße von HeiRo
#2 — Hallo Michael, ich bin seit 2 Tagen wieder in Hamburg und werde jetzt mit Interesse deine Wanderung verfolgen. Wenn Schuhe noch nass sind helfen Plastik Tüten. Fuß in Tüte und dann ab in Schuh. Wusste ich vor meiner Reise auch nicht. LG André
#3 — @Andre: Das mit den Tüten habe ich auch schon gesehen, aber meine Wollsocken transportieren über den Tag einige Feuchtigkeit wieder ab. Und woher auch die Tüten kriegen?
@Rosi&Heinzi: Mein Hals ist wieder ok und der Husten, den hier irgendwie fast alle hatten ist auch wieder am Abklingen.

Frühstück gab es nur im Shop gegenüber und das im Stehen. Wir tapperten also wieder alle los und die Meute traf sich bei nächster Gelegenheit dort, wo man satt wurde und einen ordentlichen Kaffee bekam. Hier ein eiserner und eine fleischiger Pilger.

Gruppenbild mit Michel aus Hamburg, Sudha aus California und Nicole aus Stuttgart.

Ein imposanter Wasserfall bzw. Wasserverlauf in Puente de Arre.

In Pamplona veranstaltete man uns zu ehren eine anständige Fiesta, wie man es dort gewohnt ist. Nebenbei kauften wir dort einen Fön für nasse Schuhe und ich ließ in einem Orange-Shop meine Prepaidkarte wieder reaktivieren. Internet funktioniert manchmal, aber Telefon nicht - typischer Michelkauf.

Meine Schuhe sehen zwar elendig aus, aber meine Füße sind immer noch top in Schuss - keine Blasen oder sonstige Probleme. Ein guter Kauf ? Abends habe ich dann erstmals meine Füße eingekremt, weil man das ja so macht.
Heute ging es zu einem sehr markanten Punkt auf dem Weg, nämlich zu den Skulturen auf dem Alto der Perdon.

Hier aus dem Gipfel "Alto del Perdon" die berühmte Installation aus Eisen, die eine Pilgergruppe darstellt.

I was here!

Wo man auch geht und steht, man findet überall Symbole des Wegs - egal, ob historisch oder neu als Wegmarkierung auf dem Boden oder in Form von Muscheln oder Standbildern des Jacobus.
In meinen vier ersten Tagen traf ich total nette Menschen aus Deutschland, Dänemark, USA, Australien, Neuseeland, Korea, Japan, China, Italien, Spanien, Frankreich, Slowakai, Holland, England, Brazilien und Kroatien.
Kommentare:
#1 — Wie schön, diese Bilder zu sehen, ich hab auch schon Lust, wieder zu pilgern. Man begegnet auf diesem Weg einer ganzen Welt... Wünsche Dir weiter einen guten Weg: Buen camino! Martina
#2 — Hallo Herr Dück,
Heute habe ich die Alle Ihre Einträge lesen können und staune darüber, wie lebhaft Sie für uns alles darstellen . Man hat wirklich das Gefühl, Sie ein Stück begleitend zu können. Ich freue mich für Sie und wünsche Ihnen tolle unvergessliche Erlebnisse. U.schaa
#3 — Ich schaue gerade durch meine 3600 Fotos von 6 Monaten Südamerika und muss dabei auch an all die netten Leute denken, die ich auf der Reise getroffen habe. Ich habe das sehr genossen, ich hoffe du tust das auch. Genieße diese Reise, es ist was ganz besonderes.
Um es gleich zu sagen, die siebenstündige Wanderung im Dauerregen hat keinen Spaß gemacht. Wegen des Regens musste ich auch mein Telefon den ganzen Tag in einem wasserdichten Beutel im Rucksack lagern - deshalb keine weiteren Bilder. Jedenfalls ging ich mit Sudha (USA) und Donghwan (Korea) auf die 22 km lange Tour. Bin gespannt, ob wir je wieder alles trocken bekommen...

Michael, Sudha & Donghwan
Kommentare:
#1 — Hallo Michael mein Bester,
Eine Woche ist vorüber. Nachdem ich mich nun langsam von meinem Denge-Fieber erholt habe, habe ich jetzt Lust und Zeit gefunden dir auf deinem Blog deiner Reise zu folgen. Ich erfreu mich an deinen Bildern und Kommentaren. Ich wünsche dir, dass du weiterhin nette Leute aus aller Welt triffst und kennen lernst. Auch wünsche ich dir dass das Wetter besser, also trocken, wird.
Buen viaje und Gruß Stephan
#2 — Aloha mein Bester...schöne Bilder und interessante Infos..... Hab die ganzen Tage an Dich gedacht..... Werde Dir auch weiterhin folgen und Dich beobachten..... Hab schönes Wetter durchgehend und sei mal ganz herzlich gedrückt.
Dein Sascha
Dies war mal ein Tag ohne Regen. Nur ganz wenig Niesel, aber dafür auch viel Sonne. Für die rund 29 km benötigten wir etwa 7,5 Stunden.

Dieses Foto entstand bei einer Winzerei, an der Wein (links) und Trinkwasser (rechts) angeboten wurde. Wir bedienten uns jeder mit einem großzügigen Schluck - Danke Conny - und gingen dann unseres Wegs, also morgens um ca. 10:00 Uhr :-)

In der Spanischen Navarra...

Eine kurze Pause im Nirgendwo - also einen Cafe con Leche aus der Mikrowelle - why not?

Eine weitere Kaffeepause...

Landschaft ohne weitere Worte...

Das Ziel in naher Ferne. Geht das: "nahe Ferne"?
Wir hatten jedenfalls einen sehr lustigen Abend in der Herberge von Sansol.
Kommentar:
— Michi, ich finde das super wie du das Meisterstück!
Komm heil wieder zurück nach Hause und zum Training!!

Ein länger und weiter Tag ohne Regen, der es aber in sich hatte. Aufbruch bei Sonnenaufgang und dann schöne Landschaften mit viel Weinanbau und einigen Wegen entlang von Industrien oder Straßen.

Sonnenaufgang hinter der Herberge.

Ein Feld voller Steintürme und hinterlassener Wünsche und Fotos.

Tortilla - eine Art Omelette mit Kartoffeln. Einfach gemacht, aber lecker, wenn man die ersten 1-3 Stunden Gelaufe hinter sich hat.

Die Bar hat aber auch noch andere Leckereien zu bieten :-)
Die 18 km nach Najera vergingen wie im Flug. Trotz Infektionsgefühls im Hals, habe ich diesen Teil ganz gut geschafft. Jeden Tag melden sich andere Zipperlein, aber sie vergehen auch wieder. Ich deute sie mal als Anpassungsprozesse des Körpers. Die 6 km nach Azofra waren auch ok, obwohl ich meine Schulter spürte. Weil sich schlechtes Wetter ansagte, wollte ich nicht noch weitere 10 km laufen. Da es jetzt doch nicht regnet, bereue ich es etwas...

Morgendliche Abreise von Michael (Hamburg), Hans-Jürgen (Stuttgart) und Harry (Dänemark).

Er lebt, auch wenn er nicht ganz so frisch aus der Wäsche schaut :-).

"A Mountain of Bullshit" im wahrsten Sinne des Wortes.

Hier hat sich jemand viel Mühe mit seine Zeilen gegeben.

Die Albergue Municipal in Azofra.

Kurzer Blick in meine Kimenate. Staatliche Herbergen werde ich wohl nur noch im Notfall aufsuchen. Hier ist es kalt, unpersönlich und es gibt nicht mal einen Kaffee...
Kommentare:
#1 — war nicht so ein cooler Typ wie Du! 
#2 — Hallo Michael,
viele Grüße aus LÜBECK. Ich habe gerade mal durchgeblättert.
Sehr spannend. Bleib stark und pass auf dich auf.
Oss
#3 — Was zahlst du im Durchschnitt so für Unterkunft?
#4 — @Sascha: Jo!
@Thoralf: Jo!
@Andre: Die Staatlichen Herbergen kosten so 5-7 Euro, die privaten so 7-13 Euro und die EZ kosten mich so 30-40 Euro.
Um 21:00 Uhr ging ich müde und brav in die Heia. Seit 3:00 Uhr lag ich deshalb wach und um 5:30 Uhr packte ich mich und meine Sachen im Schein meiner Stirnlampe ein. Frühstück um 6:10 Uhr in einer Bar im Dorf und Abmarsch um 6:40 Uhr im Stockdunklen...

Kurz vor Aufbruch aus dieser unseeligen Herberge. Vermutlich war ich an diesem Tag der erste, der floh :-)

Die Landschaft um ca. 6:45 Uhr. Das war wie damals bei einer Nachtwanderung im Rahmen einer Klassenreise - nur, dass hier kein wissender Lehrer dabei war und den Weg kannte ich natürlich auch nicht. Es ging aber. Ich fand alle Wegweiser.

Dieses Schild für meine Wegweiser-Collage wollte ich mir nicht entgehen lassen. Ich traf weder Wehrwölfe, Bären, Zombies oder sonstige ungebetenen Gäste.

Scheinbar endlose Wege im Teletubby-Land.

Klarer Blick voraus mit stahlblauen Augen. Man hätte auch ein Foto von Hans Albers nehmen können.

In der ersten Hergerge in Belorado gönnte mir nach 38 km ein Einzelzimmer mit funktionierender Heizung - geil!

Die heiße Dusche war der Hammer. Das heiße Wasser kam wahlweise aus der Brause, von oben oder/und von der Seite. Ich wusch und tümmelte meine Wäsche, um langfristig nicht von anderen Pilgern gemieden zu werden. Zusammen mit drei Dänen, einer Amerikanerin und eines Deutschen gab es in der Herberge noch ein typisches Pilgermenü.
Kommentare:
#1 — Michi, superschöne Berichte von "Deinem Weg". Die Texte sind so einladend geschrieben, dass ich mich auch schon jetzt auf "meinen Weg" freue. Und die herrlich-poperliche Dusche hast Du Dir mehr als verdient. Liebe Grüße von Kalle-Popalle und mir
#2 — ha ha , das mit den Smileys hat eben nicht so funktioniert, wie ich dachte

#3 — Hi Michi, danke, dass Du uns die Moeglichkeit gibst, Dich zu begleiten. Einfach toll!!! LG Karin
#4 —
da machen wir große Augen. Wir haben schon 3 Ordner von deiner Wanderung voll Bilder. Wie du schilderst, geht es doch ganz schön bergauf und bergab. Wir haben dir eine Mail mit Bild und Friedenstaube zum Geburtstag geschrieben. Wir hoffen, du kannst sie dir ansehen, ansonsten bekommst du sie hier nachgeliefert. Wir wünschen mal etwas Sonne auf deinen Wegen und nun noch liebe Grüße Rosi und Heinz
Nach einer wundervollen Nacht im eigenen Bett. Start um 8:00 Uhr bei kaltem Wind. Es ging relativ schnell wieder den Berg hoch. Dabei schwitzt man natürlich, aber man kann die Jacken wegen des kalten Windes nicht öffnen. So steht man im also im eigenen Saft. Abgesehen davon wollen meine Beine seit gestern nicht mehr bergauf laufen. Nix mehr... :-(

Herberge in Belorados.

Graffity in Belorado - Teil 1.

Graffity in Belorado - Teil 2.

Oben auf dem Alto de Valbuena.

Und wieder runter.

Nächster Gipfel nach einem Break zusammen mit Australiern, Amerikanern und Dänen.

Entlang einer Kilometer langen Feuerschneise.

Das Ortseingangsschild von Agés.

Herberge von Agés.
Es gab ein Selfservice Breakfast in der Herberge und man musste nicht hungrig starten. Die Herbergseltern sorgen für alles vor. Überhaupt waren sie um viele Dinge wie Essen und Unterbringung bemüht und sie machen ihren Job mit viel sehr Herz.

Es geht los - wie jeder Tag.

Die heute Wandergruppe am Matagrande (1078 m): Sachsen, Berliner, Hamburger, Berliner und Braunschweiger.

Der Haupt-Marktplatz in Burgos (Vollbild).

Ein Gemälde in der Kathedrale von Burgos. Hier gibt es so viele schöne, wertvolle Kunstschätze sowie Schnitzereien zu sehen, dass 45 Minuten nicht ausreichen. Man sollte einen ganzen Tag mit Führung hier verbringen...
Alleine an diesem Raum bzw. seiner Decke kann man sich satt sehen - ohne ihn wirklich zu begreifen.

Das ist Domingo de la Calzada, ein Ingenieur des Camino. Bitte selber mal bei Wikipedia fragen, wer er war.
Kommentare:
#1 — Wir sind begeistert von deinen Bildern und den Beschreibungen. Lieber Michael, du wirst das Ziel erreichen. In der Gruppe scheint es doch lustiger zu sein.
Herzliche Grüße und bleib gesund.
Wünschen Dir Rosi und Heinz
#2 — Es ist fast Mitternacht und somit dein Geburtstag. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und endlos viel Kraft für alles was du dir noch vornimmst.
Was für schöne Fotos schickst du in deinem Tagebuch. Halt die Beine elastisch und weiterhin nette Mitgänger dir und gutes Wetter.
Liebe Grüße deine Mutter
#3 —
Cumpleanos feliz, querido Michel, te deseamo a tí. Soy Carina de Hamburgo.
Moin Michi, alle guten Wünsche begleiten Dich auf diesem, Deinem, Weg. Karin
#4 — Lieber Michael, ich wünsche Dir einen wundervollen Geburtstag und viele schöne Begebenheiten, die sich auf Deiner Reise weiterhin ergeben und viele nette Leute!
Ich verfolge Deinen Weg und wünsche Dir viel Kraft und Energie für die Reise. Liebe Grüße, Kerstin
#5 — Alles Gute zum Geburtstag
und weiterhin einen guten Weg
Barbara
#6 — Hallo Michael, alles Gute zum Geburtstag! Lass es Dir gut gehen!
Viele Grüße
Thomas
#7 — @Alle: Großen Dank an Euch und Eure Wünsche. Ich habe mich sehr darüber gefreut 
Aus gegebenem Anlass ein kleiner Blick zurück:

Als ich damals vor genau 50 Jahren geboren wurde, da war ich noch sehr klein und niedlich.

Trotzdem wagte der Shietbüdel die ersten Schritte, um die Welt besser erkunden zu können ... manchmal rennt er noch bei Volksläufen ... aber nun wandert er auch gern mal eine Runde und genießt das Runterkommen, Atmen, Gespräche mit Freunde sowie die Natur.
Davon ab - was ist heute sonst noch geschehen?
In diesem Städchen ist ja echt sonst nix los, aber eben kam hier ein Untier um die Ecke und alle Menschen sind in wilder Panik weggerannt. Es hat ein ganz schönes Chaos hinterlassen und so werde ich mich bald wieder auf den Weg machen. Mir ist das zu hektisch hier. Ich berichte später- wenn alles gut geht...
Streit machendes Untier

Ok, die ersten 50 Jahre sind rum. Zornesfalte, müde Augen, ungepflegte Rasur, rauhe Lippen, aber immerhin ein Lächeln :-) Direkt danach verpasste ich im Ort den Wegweiser und irrte 20 Minuten herum, bis ich den Weg wieder fand. Ab dann ging ein stundenlanger Regen los, der nicht wirklich Spaß machte.

Die Herberge beim Abmarsch. Kein Regen und links ein Sonnenaufgang mit Sonne.

"Gates of Hell". Ich wusste immer, dass es irgendwelche Verbindungen zur Unterwelt gibt. Wohin einen dieser Aufzug bringt, habe ich nicht erkundet, aber er geht nicht nach oben...

Diese lieben Menschen aus einer Bar in Hontanas brachten mir glatt ein Geburtstags-Ständchen. Das fand ich total nett und ich habe mich sehr gefreut :-)

Der Weg ging durch das ehemalige Kloster San Anton hindurch. Ein Teil der Bögen überdachte die Straße.

San Anton etwas näher.
Kommentare:
#1 — Mein allerliebster Lieblingsbruder! Zu Deinem runden Geburtstag wünsche ich Dir alles, alles Liebe und Gute, ganz viel Gesundheit - im Moment wohl besonders gesunde Füße und einen kräftigen Rücken - und überhaupt alles, was Du Dir wünschst! Ich hoffe, dass Deine Reise so weitergeht wie bisher und Du viele neue und nette Menschen kennenlernst. Ich bin ganz furchtbar stolz auf Dich!
Deine kleine Schwester
#2 — Moin mein allerliebster Lieblingsingenieur! Ich wünsche dir alles Liebe und Gute zu deinem halben Jahrhundert. Ich fiebere jeden Tag mit dir mit und verschlinge deine Fotos. Ein wundervolles Gefühl, diese Stellen, die ich auch schon gesehen habe, wieder vor Augen zu haben. 1/3 sind geschafft!! Jetzt wird das Gelände bald etwas flacher und nicht mehr so anstrengend. Aber Vorsicht, die Markierungen werden auch schlechter. Verlauf dich nicht und weiter soooooo!!!
Michi
#3 — Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag alter Pilgersmann! Ich wünsch dir weiterhin viel Spaß , Erfolg und spannende Erlebnisse auf deinem Kingsize-Spaziergang und bleib Gesund!
#4 — Lieblingssohn, vor dem tapzigen Godzilla braucht keiner Angst haber. Er kann seine Fußtritte nur nicht koordinieren. Auch Vampiere und die fröhlichen Untoten sind keine Bedrohung. Sei freundlich und schnell wenn die kommen. Aber die Wölfe, Bären und Giftschlangen!!!.
Gönne dir heute ein schönes Zimmer mit Duscheund Heizung. Laß dir was Leckeres schmecken. Die Spargelzeit beginnt und nach einem guten Essen nach deinem langen Weg hast du bestimmt noch viel zu erzählen. Darau bin ich gespannt. Alles denkbar Gutes für deinen noch langen Weg und nicht mehr so viele Berge. Deine Mutter
#5 — Hallo Michael, Zunächst einmal alles Gute zum Geburtstagund blasenfreies blasenfreies Wandern auf deinem Trip. Mit großem Interesse verfolge ich deinen Trip. Ich bewundere dich.
Grüße Wolfgang
#6 — in den letzten Minuten deines Geburtstags schreibe ich dir aus dem Hard Rock-Café in Berlin, Kudamm, nachdem mich Barkeeper Sven mit einigen Cocktail "uafs Haus" abgefüllt hat (verdammt nochmal - warum nicht seine Kollegin Svenja mit dem heißen Minirock?). Nu habe ich alles gelesen und wünsch dir viele tolle Erfahrungen! Toll, was du da machst.
Was ist das für ein Scheiß Kot den ich da eingeben muss?
Klappt immer noch nicht....
#7 — Hallo Michael, ich wünsche dir nachträglich alles gute zum runden Geburtstag. Da sind wir dann also beide zu unseren runden Geburtstagen von zu Hause geflohen, ich zum 40ten und du zum 50ten. Wer weis wofür es gut war "haha"
Gruß André
#8 — @Alle: Danke Euch allen - seid urarmt 
Rückblick auf die Ahnen:

Meine Uroma "Schmökeroma", mein Opa und meine Omi zusammen mit dem Lütten
Zum Tagesgeschehen:
Aufbruch ohne Frühstück, aber zumindest mit einem Kaffee. Frühstück gab es erst 11 km später. Ansonsten hatten wir trotz schlechter Prognosen ein akzeptables Wetter. So erreichten wir Frómista auch relativ früh und relaxten den Rest des Tages.

Meine Wanderschuhe sehen zwar schietig aus, aber sie halten, schützen meine Füße und bilden somit die Basis der Ausrüstung - gut gekauft!

Diverse Orte, die wir passieren, wirken ausgestorben. Die meisten Fensterläden sind geschlossen und einige Häuser ungepflegt oder verfallen. Teilweise ein trauriger Anblick.

Mal wieder unendliche Weiten.

Eine idyllische Brücke, die wir vorher passierten.

Eine superschöne und gut erhaltene Kirche in Frómista.

Hier noch ein Wehr oder eine Art Schleuse, die wir passierten. Das Foto schickte mir der Michael aus Sachsen, weil meine Knipse nicht mehr reagierte. Ein Reboot half dann später...
Rückblende:
Familie Dück - mein kleines Schwsterlein, war da noch nicht geboren
Der Tagesbericht:
Die Nacht war recht suboptimal. Um 21:30 Uhr scheuchte der Hostilalero alle Gäste ins Bett, um 21:44 Uhr löschte er das Licht und dann schnarchte mein Umfeld, dass es keine Freude war. Um 7:00 Uhr haute ich also ab und suchte eine Bar für einen Kaffee. Meine Banane half beim Start.

Typisches Frühstück in meiner Bar. Cafe Americano und Croissant mit Messer und Gabel. Warum auch nicht mal vornehm :-)

On the road again - die Sonne steigt immer hinter mir auf, weil meine grobe Richtung immer Westen ist.

Diese Art "Säule" sah ich heute häufiger, aber ich weiß nicht genau, was sie bedeuten.

Zusammen mit Matthias aus Essen am Standbild des unbekannten Peregrino.

Dies hier zeigt einen Teil der Mezeta, einen der anspruchsvollster Abschnitte des Caminos. Ihn "genoss" ich heute mit wechselden Regenschauern über eine Distanz von ca. 17 km.

Etwa eine Stunde später...
Ein schöner Rastplatz für Pilgerer mitten drin. Ohne Wasser und Sonnenschutz kann es in der Meseta sicher auch mal kritisch werden.

Noch 'ne Stunde später...

Irgendwann muss der Weg auch mal zuende. Es gibt kaum Orientierungen. Die Römer haben diesen Weg vor Urzeiten gebaut und nannten ihn "Via Aquitana"

Und dann tauchte hinter einer Kuppe doch noch das Ziel Calzadilla de la Cueza Auf. Hier gönnte ich mir ein Einzelzimmer für 30 Euro, ließ meine Wäsche waschen und trocknen, trank ein Bier und freue mich nun auf das Pilgermenü um 19:00 Uhr. Üblicherweise heilen alle körperlichen Macken über Nacht wieder aus. So nehme ich also an, dass ich Morgen wieder voll regeneriert durchstarten kann.
Ich wollte mich hier zwar nicht großartig über Gefühle äußern, aber 7,25 Stunden Wandern inklusive einer kurzen Pause mit gefühlten 6,25 Stunden Regen & Sturm, erzeugen einen moralischen Tiefpunkt der Reise. Mehr als 30 km am Tag zu laufen, stellen kein Problem mehr dar, der Körper macht das gut mit, aber wenn man schwitzt und sich gleichzeitig gegen äußeren Regen & Sturm schützen muss, dann erzeugt das eine paradoxe Situation, bei der man sich einfach beschissen fühlt und zu der man keine Lösung hat. Einen Weg zu mir selbst finde ich so jedenfalls nicht :-(
Die Helligkeit im Hintergrund erzeugt eine gewisse Vorfreude auf den Tagesstart, aber man sollte gleichzeitig auch die Wolken beachten...

Es gab sogar ein paar Blümchen am Wegesrand.

Ich kam sogar durch Mittelerde, aber es ließen sich keine Hobbits blicken. Die waren wohl zur Arbeit unterwegs. Apropos Arbeit: Ich grüße an dieser Stelle mal meine mich vertretenden Kollegen der Lufthansa Technik und beim Karate in Hamburg und Lüneburg :-)

Ein schnelles Foto während die Wolken Nachschub für den nächste Regen besorgten.

Am Zielort gönnte ich mir mal wieder ein Einzelzimmer, weil ich klitschnass war und die Schnauze voll hatte. Man schob mir kommentarlos die Elektroheizung ins Zimmer, auf der ich nun nach und nach wieder alle Klamotten trockne.

Neben einem Bidet verfügt das Bad sogar über eine Badewanne und ich nahm auch gleich ein Bad. Durchgefroren genug war ich dafür und eine Wanne ist auf dem Camino ein echter Luxus.

Mittags verzichtete ich heute auf Lunch, weil mir diese Tortillas (Omelette mit Kartoffeln) mittlerweile zum Halse raus hängen. Als Alternative gab es in der Wanne Thunfisch aus der Dose sowie eine halbe Packung Tuc. Dann in die Heia und eine Stunde schlafen.
Drückt mir bitte die Daumen, dass das Wetter die nächsten Tage besser mitspielt. Regen & Sturm zur Nacht reicht doch auch, oder?
Kommentare:
#1 — Lieber Michael, du siehst nur einen Weg bis zum Horizont und ist man dort, wieder das Gleiche. Nach Stunden und dann noch durchnässt endlich eine Herberge. Wir bedauern dich sehr.
Wir wünschen dir eine warme Unterkunft, für den nächsten Morgen trockene Klamotten, ein heißen Bad und eine gute Nacht. Bleib gesund und fit. Viele Grüße von Rosi und Heinz
#2 — Hallo Rosi und Heinz, Danke für Eure Wünsche. Heute wird mal wieder ein Regentag und ich habe 20 km bis Leon vor mir. Schön ist das nicht. Liebe Grüße, Michael
Rückblick auf Töpfe:

Man setzte mich damals auf den Topf. D.h. man hoffte, dass ich von selbst auf die Idee käme, dort mein Geschäft zu machen. Ich hingegen, hatte keine Ahnung, was man von mir wollte und was ich dort sollte. Anscheinend fand ich die ganze Aktion aber sehr unterhaltsam.
Und sonst?
Nach dem gestrigen Regentag sieht die Prognose nicht sehr gut aus. Es regnet bereits jetzt wie aus Eimern. Deshalb möchte ich mal mit etwas Positiven beginnen, nämlich der Beschreibung eines sehr gelungenen Pilgermenüs von gestern Abend für typische 10 Euro.

Die Wetterprognose für heute Vormittag.

Vorspeise: Ich wählte einen großen Salat. Dazu gibt es immer gekühlten Rotwein (soll besser verträglich sein), sowie Wasser. Interessanter Weise gehören auch immer ein oder zwei Spargel aus dem Glas dazu. In Hamburg gibt es wohl schon richtigen Spargel. Mhhhhm... :-)

Hauptgang: Es gab wieder verschiedene, meist fleischlastige Speisen. Bei mir also Fischfilet mit Fritten sowie einem Spargel aus dem Glas.

Die Nachspeise war eine Art Kuchen (Tarte), sehr lecker. Die gelbe Flüssigkeit war ein Spanischer Grappa. Unterm Strich war das eines der Besten Menüs bisher. Ich erinnere mich auch an Wassersuppe mit Nudeln sowie lappigen Fisch...

Schietwedder, wie es jeder Hamburger von Oktober bis Juni kennt. Es war den ganzen Tag so wie hier, also Regen, aber immerhin meist ohne starken Wind.

Fragt bitte nicht, wie er das Wetter fand.

Jo, meine volle Solidarität mit den Opfern des Pilgertums. Dort seht Ihr meine Schwestern und Brüder in Stein gehauen.
Ein Hoch auf meine Füße. Sie ertragen bisher alles ohne eine einzige Blase. Über 450 km haben sie mich schon getragen und ich hoffe, dass ihnen die stundenlange Nässe nicht all zu sehr zusetzt. So lobe ich sie also und pflege sie entsprechend :-)
Kommentare:
#1 — Lieber Michael, wir gratulieren, schon 450 Km da ist ja schon Halbzeit. Beim Fußball machen die eine Pause. Gönn du dir auch mal eine, Du hast sie Dir verdient. Dein Ziel ist noch nicht zu sehen, aber wie wir Dich kennen, wirst Du den Rest der Strapazen auch noch schaffen. Das wäre ja zum lachen
wenn nicht. Nur Mut, alles Gute, schönen Gruß Rosi und Heinzi
#2 — Mein Lieber Sohn, angeblich soll das Wetter ab Montag besser werden. Hier in Hamburg ist es ähnlich. Hält dein Regenumhang? Deine Füße sehern toll aus, das beruhigt mich. Was hast du bereits an km "gefressen". Denk an all die schönen menschlichen Begegnungen. Du schaffst die restlichen km lässig wie ich dich kenne. Du machst was du dir vornimmst. Halcm5te durch, Mutti
Rückblick:
Mutter & Sohn
Der Reiseverlauf:
Es gibt Tage, die sollte man als Erfahrung abhaken und nur die positiven Dinge notieren. So leider auch heute :-(

Zum Frühstück gab es geröstetes Brot mit zwei (!) Sorten Käse. Dazu auch Gehacktes aus Tomatem sowie starker Kaffee. Teurer als normal, aber lange entbehrt und somit sehr willkommen.

Wegen des vorhergesagten Dauerregens nun der Trick mit den Tüten: Die Füße in die Wollsocken. Beides in die Tüte und zum Schluss in den Schuh. Das klappte und ich glaube, dass die stundenlange Feuchtigkeitsbelastung für die Haut der Füße geringer war.

Ich bin eigentlich kein Freund von Japanischen Kirschen, aber diese hier vermittelte eine Idee von Frühling in diesen Breiten. Im Gegensatz zu Navarra und Rioja liegen wir hier ständing auf 800-850 m Höhe, was für den Frühling offensichtlich von Bedeutung ist.

Blick zurück.

Blick nach vorne auf Leon im Hintergrund.

Hier brüten überall die Klapperstörche - das finde ich gut :-)

Die Brücke und der über alle Ufer laufende Fluß geben eine Ahnung davon wieder, was hier in der Gegend für Wassermengen abgeführt werden müssen - auch für die Spanier ist das in diesem Jahr ungewöhnlich viel.

Nach dem Theater im Vodaphone-Shop von Leon, beim dem es immerhin keine Toten gab, hatte ich auf die Kathedrale (Foto) und überhaupt auf Leon keine Lust mehr. Ich suchte meine gelben Pfeile und ging meines Wegs.
Der Pilger in Bronze.
Kommentar:
— Mir fehlt der Beitrag vom 17.04. . Geht es dir gut? Machst du nur mal eine Pause? Durch die Kinderbilder - sie sind so zauberhaft - fühle ich mich dir sehr nahe. Bitte hinterlasse irgendeine Nachricht. Ich hab dich lieb Mutti
Rückblende:

Auf den Tag genau 3 Jahre nach meinem irdischen Erscheinen, folgte mein Schwesterlein Marijke - ist auch eine Süße, oder? Wenn ich mir aber mich genau anschaue, denke ich, dass ich etwas in Schilde führte... :-)
Zum Tagesgeschehen:
Trotz des seltsamen Geruchs in meinem Zimmer habe ich gut geschlafen. Da es in dem Ort allerdings erst ab 8:00 Uhr Aussicht auf Frühstück gibt, habe ich in meinem Raum eine Dose Thunfisch, etwas Tuc sowie eine Banane gegessen und habe mich dann um 7:00 Uhr bei -1 Grad Celsius auf den Weg gemacht. Alle Regenschauer waren erträglich heute.

Erste Mutprobe im dunklen Morgengrauen - ein freundlicher Tunnel. Das ist so einer, bei dem man annimmt, dass drei finstere Typen am Ende auftauchen, wenn man in der Mitte ist und wenn man sich umdreht, tauchen weitere Typen am anderen Ende auf. War aber alles friedlich.

Bei einem Trucker-Treff, wo ich frühstückte, traf ich Rene aus Leer wieder, mit dem ich der Rest des Tages zusammen ging. Eine Brasilianerin, die Deutsch sprach und die uns für Vater und Sohn hielt, schoss dieses Foto als Erinnerung.
Hier eine wunderschöne Brücke bei Hospital de Órbigo. Hier werden im Sommer Ritter-Turniere veranstaltet.

Der Innenhof unserer Herberge. Rene und ich waren die einzigen Gäste dort und die Belgische Herbergs-Mutter kochte speziell für uns ein Dinner. Mit ihr redeten wir dann noch eine ganze Weile zum Ausklang des Tages. Das überwiegend schöne Wetter hat uns wirklich froh gestimmt - nach all den Regentagen...
Rückblende:
Noch Fragen?
Zum Tag selbst:
Das Wetter war echt klasse heute, die ersten 15 km waren allerdings sehr matschig. Wir mussten kaum an lauten Straßen entlang gehen und konnten ohne jeden Regen die Gegenden genießen.

Der Wunderschönen Innenhof unserer Herberge heute Morgen.

Die andere Ecke.

Michel im Schlamm.

... also diesen Schlamm hier. Einige Leute waren arg verdreckt, als sie hier durch waren :-) Ich war schon froh, dass ich nicht hin fiel. Wie ich später hörte, ist dort jemand bis zur Hüfte im Schlamm versunken. Selbst wenn es nur bis zu den Knieen war, ist das einfach unschön.

Vor Astorga hat ein Pärchen auf einem Berg eine kleine Versorgungsstation mit vielen Leckereien wie selbstgemachten Säften, frische Ananas und Kokosnuss betrieben. Sie wollten auch nur eine kleine Spende (Donativo) dafür haben, aber eigentlich wollten sie alles von Herzen geben.

Ohne Worte

Suchbild mit Klapperstorch an unserem heutigen Ort der Übernachtung.
Kommentare:
#1 — Hallo lieber Michael, mit dem Wetter hast du ja echt ein wenig Pech. Aber zu deinem Kommentar: „Einen Weg zu mir selbst finde ich so jedenfalls nicht :-( ……würde ich sagen das es genau diese Situationen sind die einen zu sich selbst finden lassen. Ich glaube der Weg zur Selbstfindung führt nur über Schmerz, Entbehrung und Verlust. Mal sehen was du noch erfahren musst damit du die Erleuchtung eines Jacobus erhältst. Ich hoffe nicht zu viel. Ich wünsche dir für den Rest deiner Tour natürlich blauen Himmel, angenehme Temperaturen und immer etwas ordentliches zu essen und trinken. Viele Grüße Stephan
#2 — Micky, was für ein Matsch! Das macht klar, wie es in der letzten Zeit geregnet hat. Aber der Tag war wettermäßig besser, was man an der Kleidung sieht. Spannend ist es, wie anders die Gebäude sind. Ich habe gedacht, das die Wege voll Pilger sind. Aber die Wegstrecken, die du fotografiert hast, waren ohne Menschen. Das lag vermutlich an deinem Mut, dich so früh trotz Regen auf den Weg zu machen. Hier in Deutl. soll es in den nächsten Tagen vermutlich noch schneien. Richtig warm ist was anderes. Bis zu deinem nächsten Bericht, deine Mutter
#3 — @Stephan: Ja, Du hast recht. Alle Knüppel (physisch, mental, Umstände) auf dem Weg gilt es zu meistern und sich davon nicht vom Weg abbringen zu lassen.
@Mutti: Ich freue mich schon unheimlich auf Spargel bei Muttern. Gern auch mit Lachs und Erdbeeren hinten dran
Mhhhhm
Wo Licht ist, ist auch Schatten und das war heute Vormittag der Fall. Gestern fiel kein Tropfen und heute, auf dem Weg zum Cruz de Ferro, sollte es wieder wie aus Eimern schütten.

Hier noch mal ein Gruppenfoto. Links ist Manfred aus Frankfurt, den man durchaus für meinen Bruder hielt. In der Mitte ich selbst und rechts Rene aus Leer, den man nun zum 3. Mal für meinen Sohn hielt :-)

Was für Aussichten zum Wandern, gell?
Qual der Wahl - entweder den ausgeschilderten Jakobsweg rechts gehen inklusive Modder, Pfützen und Steinen oder links auf der Straße mit geringem Straßenverkehr. Ich entschied mich für die Straße, die mir sicherer schien.

Das besondere Zwischenziel Cruz de Ferro. Es war im Nebel und Regen kaum zu erkennen. Jeder Pilger kann hier den Stein aus der Heimat nieder legen, verbunden mit diversen Wünschen oder Grüßen - jeder, wie er mag. Ich war ganz alleine dort und empfand den Ort als sehr bewegend.

I was here !!!

Danach ging es weiter gerade aus auf der Straße. Das war wirklich so neblig.

Der Regen hörte aber auch mal wieder auf und es ging von über 1500 m wieder bergab auf 590 m. Hier ein idyllisches Dorf auf dem Weg (Acebo).
Dies ist wohl auch Acebo und es ist erstaunlich, wie sich gut restaurierte und nett gestaltete Ecken mit eingefallenen Ruinen ablösen.

Hier könnte die Idee zu "El Ramon" aus dem Film "Mein Weg" gekommen sein :-)

Wieder eine schöne, alte Brücke unterwegs.
Kommentare:
#1 — Lieber Michael, du lässt dich vom Wetter nicht unterkriegen.
Wie ich annehme, auch immer den Wind von vorne? Hier bei uns ist Aprilwetter und kalter Ostwind. Wir, im Gegensatz zu dir, können in der warmen Stube sitzen und wenn nötig , rüber zum Kaufmann. Wir wünschen dir , möge doch bald mal die
Sonne scheinen. Dann macht das Wandern mehr spaß. Du bist a kerniger Bursch und der gibt nicht auf. Danke für Bilder und Kommentare, herzliche Grüße Rosi und Heinzi
#2 — ... klar ist das "El Ramon" - er sieht doch auch genauso aus
Buen Camino und guck Dir die Pilgerherbergsväter gut an

Nur kurz: Ich habe den sonnigen Tag bestens überlebt :-)

Tagesstart mit Blick auf Ponferrada ohne Regen.

Mike Mc Duck vor der alten Templer-Burg in Ponferrada.

Herr und Frau Klapperstorch voll in Action.

Auf der Suche nach einem Geldautomaten stießen wir auf diesen Automaten. Auch Apple-Fans finden hier gutes Zubehör :-)

Einige Wesen sind schon sehr entschleunigt - im Gegensatz zu mir :-)
Hier etwas typische Landschaft.

... und noch mehr Landschaft. Endlich mal ein schöner Tag, bei dem das Gehen Spaß machte, bei dem man viel mehr wahr nahm und bei dem man mal die Sonne an die Waden ließ.
Kommentar:
— Schön, du hast den Tag genossen. Was freut mich das. Hoffentlich kommen noch viele solcher Tage. Es hell das Seelchen auf.
Deine Mutter
Obwohl das Wetter heute einigermaßen mitspielte, war dies nicht mein Tag. Mit frisch gewaschenen Klamotten willigte ich einer alternativen Route zu, die nur 2 km länger sein sollte und die zum Teil das parallele Gehen neben stark befahrenen Straßen vermeiden sollte. Leider ging der Weg steil mehrere Hundert Meter nach oben, so dass ich in Null-Komma-Nix wieder komplett durchgeschwitzt war. Dabei sollte am Nachmittag sowieso ein letzter großer Anstieg auf über 1300 m erfolgen.

Dir gestrige Gruppe beim heutigen Frühstück in der total schönen Albergue Leo: Nicole aus Hamburg, Michel aus Hamburg und Rene aus Leer.

Villafranca am Morgen

Aussicht von unserer alternativen Route.

Die Natur im Sterben. Man sieht ganze Wälder, die von diesem grünen Zeug befallen sind. Da scheint kein Leben mehr drin zu sein :-(

Jo, that's me!

Suchbild mit Katze - wo steckt die Mieze?

Landschaft.

Kuhabtrieb vor der Albergue in La Laguna während des Feierabendbieres in der Sonne. Das sieht man als Großstädter nicht alle Tage.
Kommentare:
#1 — Lieber Michi, da läuft man durch Spanien und Trift eine Nicole aus Hamburg. Eventuell begegnet man sich ja nochmal hier in der Stadt. Wie ist das Wetter? Kann es sein, Dir lacht auch ab und zu mal die Sonne von links zu? Dann kannst du endlich mal ohne Regen Pelerine trampen. Hier hat 2 Tage die Sonne gelacht, blauer Himmel. Sowas wünschen wir dir, wenn es geht bis ans Ziel. Wir grüßen die beiden Hamburger und den Herrn aus Leer, Weiter so Rosi und Heinz
#2 — Hallo Großer! Jetzt hast du es fast geschafft. Die letzten 200 km sind angebrochen. Das Gelände wird wieder rauer aber das macht nichts mehr. Der Körper steckt diese Strapatzen locker weg! Die Gedanken haben sich geändert. Erst denkt man: Ach du scheiße, was habe ich mir da angetan? Und das will ich jetzt die nächsten fünf Wochen mache? Und jetzt denkt man panisch an: hoffentlich knicke ich jetzt nicht um, wehe, mir kommt mein Pilgerausweis abhanden, was mach ich bloß, wenn ich angekommen bin? Ich kann doch nicht einfach aufhören! Ich glaube, ich weiß genau, was in dir los ist. Man fühlt sich groß, unbesiegbar und unendlich Stolz! Das kann einen keiner mehr nehmen! Genieße die letzten Tage und komm an! Die letzten 20 km fliegt man!
#3 — @R&H: Jo, Sonne und Wind kamen meistens von links oder von vorn. Bin gespannt auf meine unsymmetrische Bräunung.
@Michael: Jo, hast völlig recht. Das kann einem Niemand wieder nehmen.
Dies war ein Tag mit viel Auf und Ab, was die Höhenmeter angeht, aber wegen des guten Wetters waren viele km drin. Zuerst ging es auf über 1300 m, dann wieder runter, dann irgendwo noch ein Berg. Zum Schluss landeten wir jedenfalls in einer sehr schönen 20-Bett-Herberge, in der es viel Platz, Katzen und ein sehr leckeres vegetarisches Dinner gab. Es sind noch ca. 120 km bis Santiago, aber die kann man schaffen - Null Problemo.

Michel beim morgendlichen Übergang von Kastilien nach Galizien.

Erstes Dorf in Galizien - O Cebreiro. Was man aus Steinen, die hier überall herum liegen, alles so machen kann.

Zweites Frühstück auf dem Alto do Poio. Lecker Käsestulle und starker Kaffee.

Kuhauftrieb im Hintergrund. Der Städter tritt da gern einen Schritt zur Seite und betrachtet sich das Schauspiel.

Unsere Herberge, unter derem Vordach wir in der Sonne unser Feierabendbier genossen.
Kommentare:
#1 — Lieblingssohn, lass dir viel Zeit bis zum Ziel. Hier sind nachts Minustemperaturen und tagsüber auch nur so um 7-8 Grad. Also, die Heizung ist nötig um zu überleben. Ansonsten - ich staune nur wie viele km du täglich schaffst und das schon über die lange Zeit. Schön, die leeren Stecken zu sehen die du fotografierst, und dennoch Menschen zum abendlichen Bier zu treffen. Komm gut weiter, bis morgen, deine Mutter
#2 — Hallo Michi! Die Herberge kenn ich. Wunderschöne Zimmer mit richtig tollen Sanitären Einrichtungen. Aber ich wollte zum Essen einfach etwas Fleisch. Ich weiß, du bist da in deinem Element. Vegetarisch!! Ich hasse Linsensuppe, hier gab es einen riesigen Topf davon! Und was soll ich sagen, es war mit Abstand die beste Linsensuppe, die ich je gegessen habe!..............Drei Teller!!!!!........ Melly findet es faszinierent, wie ich diesesn Weg mit dir noch einmal miterlebe!
#3 — Hallo Michi mein Bester, seit November warten wir auf Schnee. Nun ist er endlich gekommen. Hier in HAM ist es Arschkalt.
Ich bin erfreut zu lesen das es sich nur noch um läppische 120 KM handelt. Ich glaube das was du bisher geleistet hast ist Rekordzeit. Den Rest müsstest du in dieser Woche schaffen. Was machst du nur die letzten Tage von deinem Urlaub? Trip nach Lissabon? Oder zurück nach HAM, Bei dem Wetter`??
Wie auch immer genieße die letzten Kilometer bei blauen Himmel, schönen Wegen und RH/LH Grüne Seiten das du denkst man ist das CRAS schön hier. Viele Grüße Stephan
#4 — 
Wettermäßig war das ein zweigeteilter Tag. Erst Regen bis mittags, dann erträgliches Wetter. Das Frühstück in der tollen Herberge bestand aus Kaffee und Müsli (!). Die Wege waren zum Teil sehr unwegsam mit vielen Auf und Ab inklusive Matsch und Steinen. Die Herberge am Abend war im Gegesatz zu der am Vortag wieder sehr "grottig" - also zu viele Leute in zu kleinen Räumen, zu wenig Toiletten, zu wenig Sauerstoff usw. Vielleicht ist auch dies eine Art Prüfung, die es zu bestehen gilt...

Asiatische "Pilgergruppe" in Sarria. Sarria ist ein Ort ca. 119 km vor Santiago de Compostela. Zur Erhalt der Compostela muss der Pilger, der zu Fuß unterwegs ist, mindestens 100 km Wandern mit zwei Stempeln pro Tag nachweisen. Deshalb ist Sarria ein guter Einstiegspunkt für den Minimal-Pilger. Ich sach mal nix dazu.

Eine dörfliche Begräbnisstätte. Hier wird man nicht verscharrt - der Boden ist wohl zu steinig - sondern man kommt mit oder ohne Kiste in die Schublade und gut.

Weniger als 100 km ist der Weg jetzt nach Santiago weit :-)

Verschlammte Wege, die nicht immer Spaß machen. Ständig lauern sie hinter Kurven oder in Wegsenken.

Ein felsiger Weg, den man eigentlich wegen Ausrutsch- und Unfall-Gefahr sperren müsste.

Gut gelaunt, der Bub :-)

Blick zurück...
Dies war ein toller Tag zum Gehen. Kein Regen und nur etwas Nebel am Start. Da es in der Herberge Frühstück erst ab 8:00 Uhr geben sollte, zogen die meisten Pilger früh los - wir gegen 7:15 Uhr. Frühstück gab es im nächsten Ort nach ca. 4-5 km. Die Pilger-Touristen von gestern waren heute den ganzen Tag nicht zu sehen, aber das ist ein anderes Thema.

Ein idyllisches und friedliches Bild in einem Stall mit Morgensonne. Alle sind bei der Fütterung der Kühe dabei, auch die Hunde.

Selfie am Morgen :-)

Magnolie?

Aber was ist das für eine Pflanze? Wir dachten an eine Art Kohl, bei dem man immer mal ein paar Blätter unten abreist und verarbeitet. Der Rest der Pflanze lebt weiter - oder so?

Diese Minihütten findet mal hier überall und der Sinn ist nicht ganz klar. Speicherte man hier Dinge, die luftig gelagert werden müssen und an die Mäuse und Ratten so nicht heran kommen?
The end is near... :-)
Kommentare:
#1 — Dann hast du dein Ziel erreicht. Mein Gott, du hast es geschafft!!! Falls du es noch mal anstreben solltes, dann nimm den Mai zum Wandern. Vielen Dank für deine Berichte. In Hamburg ist es kalt, Hagel und Schneeschauer, dann wieder Regen usw.
Bis morgen mein Sohn, deine Mutter
#2 — ... dem Schild nach sind es noch 65 km - zurzeit also 42 km oder so. Die Sonne scheint.

Heute ist ein wunderschöner Tag. Sonne von Anfang an. Frühstück gab es ab 7:00 Uhr, also ging ich um 6:45 Uhr duschen, um damit auch dem Gestank in dem Schlafraum (8 Betten, davon nur 6 belegt) zu umgehen. Bis 11:00 Uhr hatte ich Begleitung und ab dann humpelte ich meinen Weg allein bis nach Saldeca. Mein rechter Unterschenkel macht mir seit zwei Tagen zu schaffen, aber irgendwas ist ja immer. Mich hält das die letzten 28 km nicht mehr auf. Hier fand ich jedenfalls eine traumhafte Herberge/Pension und gönnte mir für 30 Euro ein Einzelzimmer. Jetzt sitze ich bei Sonne im Schatten auf der Terrasse, trinke mein Feierabendbier, meine Stinkwäsche wird gewaschen und schreibe diese Zeilen. Das Leben ist schön ?

Einen Zitronenbaum sieht man auch hier nicht alle Tage.

Wieder und wieder diese "Lagerstätten" für irgendwas.

Einfache Wegweiser erinnern einen an pikante Themen aus der Heimat.

Diesen Monolithen, die es als Wegweiser inklusive Restwegdistanzen überall in Galizien gibt, hat es erwischt. In der Regel stehen die Dinger alle aufrecht herum, aber die Muscheln oder Distanzschilder sind manchmal herausgebrochen.

@ Frau Schaa: Birken, so wie wir sie kennen, gibt es jetzt hier auch in Galizien. Trotz Pollenständen aber keine allergische Reaktion meinerseits darauf - Danke :-) !!!

Lunch im Nirgendwo - Insalada Mista Grande und frischen O-Saft.

Verwunschener Weg hinter mir...

...und vor mir.

Wie schön manche Wege sein können.

Jo.

Mein Einzelzimmer.

Mein Einzelbad.

Mein Blick, wenn ich auf dem Rücken in meinem Bett liege (Velux-Dachfenster)

Ich selbst, beim Bearbeiten dieser Webseite.
Kommentare:
#1 — Hallo Michael, da hast du aber einen ganz schönen Zahn vorgelegt. So nah am Ziel. Da schmeckt das Essen und ein Bier.
Unrasiert und fern der Heimat läufst du in Santiago de Compostella ein. Was ist das für ein Gefühl.? Da strahlt der Sohn seiner Mutter. Wir freuen uns mit. Herzliche Grüße von Rosi und Heinz
#2 — Hey, Sohn. Du siehst triumpfierend aus und igelig!!! Du hast es fast geschafft. Aber um die Augen müde. Ich wünsche die am Ziel das gößte Glücksgefühlt. Es wartet frischer Spargel auf dich in einem warmen Raum. Das mit dem Bein wird dann auch wieder was. Liebevolle Grüße von deiner Mutter
#3 — Moin Michi, 3-Tage-Bart steht Dir auch! Geniesse jeden einzelnen der letzten Kilometer, sauge das Gefühl des Ankommens auf und konserviere möglichst lange das Glücksgefühl des Vollbrachten. Herzliche Grüße aus dem winterlichen Lüneburg und bis demnächst beim Schwitzen im Dojo, Christian
#4 — Hallo lieber Michael, waaaaas??? Du hast es schon bald geschafft?? Was mache ich denn dann jeden Morgen, wenn ich nicht Deine Website lesen kann. Es ist so ein wunderbares Tagebuch mit den vielen schönen (und verregneten) Fotos und Bemerkungen. Hab` eine tolle Ankunft und ein großartiges Gefühl von Stolz und Freude!! Sei herzlich gegrüsst von Kerstin
Die Wetterprognose war super. Leider bellte ein Hund ab ca. 2:30 Uhr und irgendwann schlief ich doch mit Ohrstöpseln wieder ein. Dafür war morgens die Therme kaputt und ich konnte nicht warm duschen. Ihr wisst, ich bin bekennender Warm- und Gern-Duscher. Der Herbergsvater bekam das dann doch auf die Reihe und zelebrierte sogar ein einfaches Frühstück. Ab 8:00 Uhr war ich dann allein auf Tour. Zwischendurch sah ich in Bars sogar diverse andere Pilger, aber auf dem Weg selbst hatte ich meine Ruhe, was auch gut war. Spannende Bilder gibt es kaum und ich wollte auch wegen meines Beines nur eine etwas kürzere Tour bis kurz vor Santiago machen und so blieb ich dann in Monte do Gozo 4,5 km vor Santiago. Bis 19:00 Uhr bin ich der einzige Gast und bereue meine Entscheidung ein wenig. Das letzte Stück hätte ich auf einer Backe geschafft und dafür dann einen spannenden Abend in Santiago gehabt :-(

So Kinners - auf geht's !!!
Der Weg bei aufgehender Sonne. Sonnen-Auf- und Untergänge haben immer ein besonderes Licht.

Nur noch 22 km - etwa die Strecke meiner hintereinander gelegten Barthaare. Keine Bange, der Bart kommt wieder ab :-)

Tja, vor dieser schönen Skulptur sollte ich ein Holländisches Pärchen fotografieren. Hab ich auch gemacht und dann bot mir der Mann an, mich mit meiner Knipse zu knipsen. Warum nicht? Aber warum wollte er unbedingt seine Frau mit auf meinem Foto haben?!?

Hier bei km 11 vor Santiago in der Nähe des Flughafens. Die Stadt kommt immer näher, obwohl sie einem am Anfang doch so ewig weit weg vorkam.

Ich hatte verregnete Tage, als es in Hamburg schön war. Jetzt höre ich aus der Heimat nur Gejammer wegen des Wetters und wollte mal über das lokale Wetter hier informieren.

Pilgerstatue in/auf Monte do Gozo. Ab hier sieht man angeblick Santiago, weshalb die Pilger immer in Glückseeligkeit verfielen - klar, ich dann natürlich auch sofort :-)

Da also liegt irgendwo Santiago...

Was den Pilger wirklich immer freut, das ist sein abendliches Futter in Form eines Pilgermenüs. Dies hat nur 8 € anstatt wie sonst 12 € gekostet. Vorspeise in Form von Insatala Mista mit Spargelchens aus dem Glas.

Hauptspeise war Fisch mit Reis. Dazu wieder Rotwein und einen Kaffee als Nachtisch.
Kommentare:
#1 — Finde ich gut. Beweg, wenn du fliegst, immer die Wadenmuskulatur, Verhindert Thrombose. Sonst aber herrlichen Sonnenschein und glückliche Pilger um dich herum. Wahnsinn was du geschafft hast. Super toll und einmalig. Bis bald mein Lieber, deine Mutter
#2 — Guten Morgen mein lieber Michi! Jetzt gehörst du auch dazu. Zu den, die einmal in ihren Leben über sich hinnaus gewachsen sind und dafür die Schmerzen, die Trauer und das unbeschreibliche Glück verspühren durften. Die letzten Kilometer nehmen kein Ende! Sollen sie das? Auf einmal ist alles vorbei. Was kommt dann? Genieße den Einlauf in Santiago......es ist doch länger als man denkt! Hut ab, mir stehen die Tränen in den Augen, weil ich es noch einmal miterleben durfte.
Gruß aus der Heimat! Ich freue mich auf dich!!
#3 — Michi ich bin super stolz auf dich und bewundere was du geleistet hast! Nicht jeder kann und will so eine Tour auf sich nehmen. Aber du hast das echt cool gemeistert und dein Blog war echt stark zu lesen!! Danke für die Möglichkeit, uns irgendwie dran teilhaben zu lassen!! Ich freue mich auf meinen Trainer!! Bis dahin
Ein kurzer Trip heute, aber geschafft - das Ziel Santiago de Compostela

Die Compostela habe ich abgeholt. Jetzt suche ich ein Zimmer für heute und hoffe auf einen Pilgergottesdienst mit dampfenden Botafumeiro (o.ä.). Weitere Infos folgen...
Bis dahin schon mal ein großes Dankeschön an die, die in Gedanken bei mir waren und die mich aufmunterten. Das war ein toller Weg und es dauert noch Zeit, um das alles zu verarbeiten. Liebe Grüße an alle daheim, Michael

Der Behälter mit den Gebeinen des heiligen Sankt Jakobus.

Der Vorplatz der Kathedrale war gegen 12:00 Uhr überfüllt mit jungen, sehr fein herausgeputzten Menschen, die mit ihren Verwandten vor Ort waren. Sie hatten in einem medizinischen Fach/Studium graduiert und feierten dies nun.

Der prächtige Altar der Kathedrale. Wenn ich soviel Gold sehe, frage ich mich, wo es wohl herkommt und ob auch freiwillige Goldspenden der Inka und Maya darunter sind. Handwerklich gesehen aber ein absolutes Kunstwerk. Davor erkennt man auch den großen Weihrauchkessel am langen Seil - an diesem Tag leider nicht in Betrieb.

Typische enge Straßenzeile in der Altstadt. Hier wird alles mögliche an Kleingewerbe betrieben...

...und natürlich wird auch Pilger-Kitsch und Andenken in allen Varianten verkauft. Für die meisten endet die Pilgertour ja hier mit dem Empfang der Urkunde (Compostela).

Wer mal nach Hunderten km Pilgern ausgehungert nach Santiago kommt, dem sei dieser Italiener empfohlen. Die Besitzer (Italiener) lebten 20 Jahren in Bremen und wissen, was handgemacht, gut und lecker ist. Was Qualität angeht haben die ihrem Stolz. Echt gut!

Wer hätte gedacht, dass nach Wochen von Tortillas und Bocadillos eine Pizza mit vier Sorten Käse so attraktiv sein kann. Ich fragte die Chefin noch aus Spaß, ob das mit dem Gorgonzola ernst gemeint war :-)

Früher konnte man für 1,- Euro in der Kirche eine Kerze stiften. Das geht heute elektronisch und ohne Qualm. Trotzdem Schade, weil eine echte Kerze doch irgendwie etwas anderes ist, auch wenn sie Schiet und Dreck macht.

Hier noch mal eine der beiden Orgeln mit den vielen Putten darin.

Morgen geht es wieder auf Tour und deshalb wurden die Vorräte wieder aufgefüllt, die eine Malzeit zur Not ersetzen (Tuc mit Thun) oder auch mal ein Frühstück veredeln (Bananen, Käse).
Kommentare:
#1 — Lieblingssohn, danke das due angerufen hast. Der Igel in deinem Gesicht ist ab. Junge, was für eine Leistung! Der Rest des Weges bis in deine Heimat ist zwar km mäßig noch sehr weg, aber deine Füße müssen es nicht mehr tragen. Glückwunsch für dich, deine Mutter
#2 — Lieber Michael, ich habe es irgendwie versäumt, dass Du einen Blogg schreibst und es am Montag erfahren. Schade, dass ich es nicht jeden Tag verfolgen konnte. Dafür habe ich gestern und heute alles gelesen und nun Deine Ankunft wenigstens aktuell mitbekommen. Ich bin echt beeindruckt und hoffe, noch mehr von dieser Erfahrung von Dir zu hören. Ganz liebe Grüße Angela
#3 — ... es sind jetzt noch ca. 3 längere Etappen für den Weg nach Fisterra bzw. Kap Finisterre (94 km). Das Wetter scheint mir beizustehen und Zeit habe ich ja genug. So sei es!
#4 — Lieber Michael.
Du hast dir etwas vorgenommen, bist am 27.04.2016 dort angekommen. Nach Ostern ging es los, von Pied de Port.. Auf Schusters Pappen, von Ort zu Ort. Es ging bergauf, es ging bergab, die Beine machten manchmal schlapp. Die Wolken hingen oft sehr tief, doch Michael, er lief und lief. Über Stock und über Steine, der Regen peitschte an die Beine. Kilometer um Kilometer kamst du voran.
Wir hoffen es hat dir gut getan!
Bist jetzt dort, brauchst nicht mehr zu frieren,
Rosi und Heinz, Dir herzlich gratulieren!!!
#5 — .... wie der Japaner sagen würde, oder: Glückwunsch zur erfolgreichen Pilgerreise! Ich habe deinen Blog verfolgt, bis ich vor einer Woche zu einer Radtour aufbrach. Nach drei eiskalten Tagen am Oberrhein (eigentlich War noch der Bodensee geplant) bin ich dann jedoch mit dem Zug über die Alpen gefahren und tour toure jetzt um die oberitalienischen Seen - bei 18 Grad und sonne!
. Und Gesten traf ich in Menaggio einen Italiener mit Jakobsmuschel! Er erzählte mir, er sei schon dreimal nach Santiagi di Campostela gepilgert, mit dem Rad. Aber das ist dochnicht wirklich pilgern, oder?
Das Wetter soll heute und die nächsten Tage echt gut werden - also auf zur ersten Etappe nach Fisterra, der Ort an dem nach altem Glauben die Welt zuende ist. Direkt aus der Stadt raus wird es wieder ländlich und teilweise sogar recht einsam. Die meisten Pilger beenden ihre Tour nämlich in Santiago und fliegen von dort wieder nach Hause. Einige - sowie ich - gehen weiter nach Fisterra oder noch weiter bis nach Muxia. In beiden Orten soll es für Sammler weitere Compostela geben.

Aufbruch in Santiago im Morgengrauen. Die Altstadt schläft um 7:15 Uhr noch weitgehend und nur einige Pilger-Freaks sind unterwegs.
Santiago eine halbe Stunde spätet aus 2-3 km Entfernung. Gut kann man die Einrüstung des einen Turmes der Kathedrale erkennen. Ab jetzt wird es wieder ländlich.

Selfie am Morgen.

Ponte Maceira - ein malerischer Ort.

Alte Gebäude.

Eine Plastik von vorne - zum Nachdenken.

Die gleiche Plastik von hinten. Mhhhhhm...

Verwunschene Wege zum Genießen, Träumen und Schlendern.

Jo, is nett hier. Die Tour Morgen ist mangels geeigneter Herbergen oder bekannter Pensionen nur 25 km lang. Reicht ja auch. Jetzt ruft mein Pilgermenü... :-)
Der heutige Tag war wegen des schönen Wetters wieder bestens zum Wandern geeignet. Das Problem war nur, wie weit. Bis nach Logoso waren es nur 25 km, aber dann ist man mittags angekommen und wartet, dass die Zeit vergeht, weil der Ort nichts Interessantes zu bieten hat. Der nächste Ort darauf - Cée - liegt leider noch mal 17 km weiter, was dann 42 km bedeuten würde... Ich entschied mich für die zweite Variante und Rene aus Holland begleitete mich dabei.
Unterm Strich war das ein harter, langer und einsamer Weg, aber er hat sich gelohnt, weil es dann Morgen nur 12 km bis Fisterra bzw. 15 km bis zum Leuchtturm nach Cap Finisterre, dem Ende der Welt, sind.
Shadow on the wall - im Morgengrauen.

Unendlichen Weiten hinter einem Wegweiser.

Die Taxi-Unternehmen sind hier sehr auf Zack. Seit einigen Hundert km findet man ihre Angebote am Wegesrand. Unter rechts der typische Wegweiser in Galizien und oben links am Mast die Taxi-Werbung.

Blick in einen Kuhstall am Wegesrand.

An dieser Stelle teilt sich der Jakobsweg nach links (Fisterra) oder rechts (Muxia). Außerdem kann man, wenn man genau hinschaut, im Hintergrund erstmalig das Meer erkennen.

Wieder einsame Wege über Stunden...

...nützt aber nix, da muss man durch, das ist der Weg.

Michel mit Fisterra im Hintergrund auf noch ca. 300 m Höhe.

Blick aus unserer Herberge in Cée - Teil I

Blick aus unserer Herberge - Teil II

Frozen Beer in einer Pizzaria - keine Ahnung wie die das hinbekommen haben.

Unsere heutige Essensrunde: Hans aus Östereich, René aus Holland, Susanne aus Dänemark und ich selbst.
Kommentare:
#1 — Lieblingssohn, komm bald zurück. Wann fängst du an den Marathon zu laufen. Schaffst du dein Auto jetzt ab und geht nur noch zu Fuß? Ist ein Scherz, bin wahnsinnig stolz auf dich!!!
ich denke ständig an dich, deine arme alte verlassene Mutter
#2 — Lieber Michael, schöne Grüße aus Hamburg Rahlstedt , an die Essensrunde, an Hans, Rene`, Susanne und dich Michael. Man trifft doch immer wieder nette Leute, wo man auch ist. Hier bei uns verabschiedet sich das schlechte April Wetter, der Regen lässt nach, die Sonne kommt durch die Wolken. Der Mai kann kommen. Wir wünschen Eurer Runde einen schönen Ersten Mai und dir Michael alles Gute, Rosi Winkler und Heinz Maack
Dies war mein letzter Pilgertag, das Wetter war bestens und ich freute mich auf die 12 km nach Fisterra sowie die 3,5 km nach Cap Finisterre und zurück. Ich habe manchen Regentag verflucht, aber bei all diesen schönen Tagen im Moment ist das vergessen. Der Weg war leicht und in Fisterra nahm ich mir für 20 Euro ein Einzelzimmer. Ohne Rucksack ging ich dann zum Leuchtturm nach Cap Finisterre und traf unterwegs einige bekannte Gesichter. Wieder zurück suchte ich in Fisterra ein paar Schalen von Jakobsmuscheln, aber ich hatte nicht viel Glück. Um 16:00 Uhr öffnete die Albergue Municipal, in der es eine weitere Art Compostela für die Pilger gab. Dort traf ich auch Rene aus Leer wieder, mit dem ich den Abend bei gutem Essen ausklingen ließ. Morgen geht es mit dem Bus zurück nach Santiago und übermorgen fliege ich nach Hamburg zurück, wenn alles klappt.

Blick zurück auf die Bucht von Cée.

Dann ging es durch enge Gassen weiter...

...bis man auf der anderen Seite der Bergkette die Bucht von Fisterra sehen kann.

In Fisterra selbst gab es eine kleine Fiesta. Das machen die Spanier viel und gern an Samstagen wie heute.

Festlich gekleidete Musikanten sind auch immer dabei.

Diese wohl sehr alten Kreuze am Wege markieren angeblich den originalen Velauf des Jakobswegs. Der Weg selber wurde ja mehrfach geändert oder angepasst und dient nun auch kommerziellen Interessen.

Der letzte km-Stein vor dem Leuchtturm von Kap Finisterre.

Der Leuchtturm am Ende der Welt. Erstmalig wollte man hier für einen finalen Leuchturmstempel eine Gebühr von 0,50 Euro haben. Das ist ja nicht viel, aber alle anderen Herbergen und Bars waren eher stolz, wenn sie einem ihrem Stempel irgendwo reindrücken konnten.

Ende gut - alles gut :-)
Kommentar:
#1 — Lieber Michael, endlich hast du das Ende von Europa erreicht. Nun fang nicht noch an, nach Amerika zu schwimmen. Trete deine Heimreise an, hier wirst du mit offenen Armen empfangen.
Deine Mutter, Schwester, Claudia, Rosi, Heinz und alle Freunde die dich kennen, sind sehr stolz auf deine Leistung.
Von diesen Wochen kannst du noch Jahre zehren, diese Eindrücke kann dir keiner nehmen. Nochmal Glückwunsch, willkommen in der Hamburg, Rosi und Heinz
In der Nacht entschied ich, dass ich doch versuchen möchte, an einem Tag direkt nach Hamburg zurück zu reisen. Der Bus von Fisterra zurück nach Santiago sollte erst um 9:45 Uhr und so blieb noch genug Zeit für ein tolles Frühstück zusammen mit Rene in einer Bar am Hafen. Die Bar wurde von einem Deutsch-Spanischen Paar geleitet und so gab es hier sogar ein Müsli mit frischen Früchten (Banane, Apfel, Mango - alles nix Dose!).

Blick aus der Bar zum Hafen von Fisterra beim Frühstück.
Kurz vor der Abfahrt traf ich sogar noch meine Camino-Schwester Sudha aus Santa Cruz (Kalifornien) wieder. Mit ihr ging ich vorher einige Tage zusammen und übte mich nebenbei in Englischer Konversation. Die Busfahrt dauerte etwa drei Stunden lang und zwei Stunden davon fuhr der Bus an der Küste via Cée usw. Richtung Santiago. Echt schön bei diesem mal wieder super Wetter.
Mit Hilfe von Claudia, diverser Kollegen, einer sehr netten Dame von Vueling sowie einem sehr hilfsbereiten Lufthansa Checkin-Kollegen aus Barcelona gelang tatsächlich noch die komplette Heimreise nach Hamburg zurück. Leider wurde mein Rucksack beschädigt, aber das wird geregelt.
Da ich noch nicht gleich schlafen konnte, bereitete ich mir noch einen netten Happen zur Nacht.

Öldardinen aus der Dose - noch in Spanien irgendwo als Notration gekauft, gegessen mit meinem Göffel. Dazu einen Linie-Aquavit sowie als Nachtisch zwei Kuchen, die mir mein Schwesterherz neben diverser anderer Dinge schon besorgt hatte :-)
Mein Körper ist wieder angekommen und es geht ihm gut. Ein lütt büschen ausgelaugt vielleicht, aber das wird schon wieder. Mein Geist ist nur zum Teil angekommen. Teile von ihm sind noch auf dem Camino oder verarbeiten noch die Eindrücke. Zu mentalen Dingen und Erlebnissen werde ich online nichts berichten. Das mache ich lieber im persönlichen Gespräch. Gelernt habe ich jedenfalls, dass WhatsApp, Facebook & Co. die Menschen nicht wirklich zusammen bringt. Man muss Zeit miteinander verbringen, reden und sich dabei idealer Weise auch in die Augen schauen können. Im Gunde ist das so einfach.
Was das Theme Füße angeht, kann ich Euch nur sagen: Seid dankbar und behandelt sie achtsam.
Meine Füße sind bis zum Ende ohne Blasen geblieben und sie haben mit den rund 900 km eine Menge mitgemacht und ausgehalten.
Vielen lieben Dank an alle, die mir beigestanden haben. Für mich war das schön zu wissen, dass jemand in der Heimat an mich gedacht und mich über diesen Block ein wenig begleitet hat. Wer mehr über den Camino von mir wissen möchte, lädt mich oder sich einfach zum Klönschnack ein. Ich habe noch Hunderte Fotos zur Inspiration - gehen muss aber jeder seinen Camino selbst :-)

Teil eines Zaunes direkt am Camino
Kommentar:
— Hallo lieber Michael, unsere Stadt empfängt dich, wie könnt es schöner sein, die Sonne
lacht der Himmel ist blau, das ist die Entschädigung für Wochen der Anstrengung.
Wer den Jakobsweg geschafft hat und zumindest die letzten 100 km mit jeweils zwei Stempeln pro Tag nachweisen kann, erhält als Urkunde die Compostela, von der es verschiedene Varianten gibt. Da ich den kompletten Weg von Saint Jean Pied de Port nachweisen konnte, war das kein Problem. Wer darüber hinaus den Weg nach Fisterra mit Stempeln belegen konnte, erhält in Fisterra als Urkunde die Fisterrana.

Die Compostella, ausgestellt in Latein vom Pilgerbüro in Santiaogo de Compostela. Auch der Vorname wird in Latein übersetzt, was bei einem bibilischen Namen wie "Michael" kein Problem darstellt

Die Fisterreana, die man in der Albergue Municipal in Fisterra erhält.

Titelseite des Pilgerausweises.

Seite mit persönlichen Daten, dem Stempel der austellenden Stelle, hier St. Jacobi in Hamburg und dem finalem Stempel in Santiago de Compostela.

Seite 1 des Pilgerausweises. Nicht alle Stempel sind schön. Mein Hotel sollte hier nachbessern. Das geht besser.

Seite 2 des Pilgerausweises

Seite 3 des Pilgerausweises

Seite 4 des Pilgerausweises

Seite 5 des Pilgerausweises

Seite 6 des Pilgerausweises

Seite 7 des Pilgerausweises

Seite 8 des Pilgerausweises