Liebe Freunde und Familie,
ich war mal wieder weg bzw. ging mal wieder los. Die Jahre 2020 und 2021 hatte mich die Covid-19-Pandemie daran gehindert, einen der Jakobswege im Süden oder in Deutschland zu gehen. Aber nun wagte ich 2022 nochmal den Caminho Portugues und orientierte mich dabei an den Küsten-Varianten. Der Weg verlief ab Porto Richtung Norden immer die Küste bis Caminha entlang zum Portugisisch-Spanischen Grenzfluß "Minho". Dort ging ich Richtung Osten dem Fluss folgend, bis ich in Valenca wieder auf den traditionellen Weg traf. Der Rest ist in den Tagesberichten oder im Nachtrag beschrieben.
Karte:
Die Karte zeigt die beiden Wegvarianten in Portugal - also den Traditionellen Weg im Landesinneren und den neueren Weg an der Küste, der bis Caminha jetzt sehr gut ausgebaut ist. Beide Wege treffen in Valenca zusammen und dann geht es den Spanischen Teil weiter bis nach Santiago de Compostela.
Verwendung der Karte mit freundlicher Genehmigung des Conrad Stein Verlags GmbH 2022
(Großansicht)
Tages-Etappen:
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| Etappe | Datum | Von - Bis |
Distanz [km] |
Summe [km] |
Auf/Ab [m] |
| 18.04.22 | Hamburg (DE) - Porto (PT) | ||||
| 1 | 19.04.22 | Porto (PT) - Vila do Conde | 34,4 | 34,4 | 140/220 |
| 2 | 20.04.22 | Vila do Conde - Fao | 21,4 | 55,8 | 60/70 |
| 3 | 21.04.22 | Fao - Viana do Castelo | 27,9 | 83,7 | 320/330 |
| 4 | 22.04.22 | Viana do Costelo - Caminha | 30,0 | 123,7 | 240/230 |
| 5 | 23.04.22 | Caminha - Vila Nova de Cerveira | 15,3 | 139,0 | 70/60 |
| 6 | 24.04.22 | Vila Nova de Cerveira (PT) - Tui (ES) | 21,0 | 150,0 | 170/150 |
| 7 | 25.04.22 | Tui - Mos | 23,4 | 173,4 | 270/240 |
| 8 | 26.04.22 | Mos - Pontevedra | 30,3 | 203,7 | 490/580 |
| 9 | 27.04.22 | Pontevedra - Caldas de Reis | 23,0 | 226,7 | 210/210 |
| 10 | 28.04.22 | Caldas de Reis - Padron | 19,9 | 246,6 | 230/260 |
| 11 | 29.04.22 | Padron - Santiago de Compostela | 25,0 | 271,6 | 460/230 |
| Summe: | 271,1 | 2.260/2.380 | |||
| 30.04.22 | Santiago de Compostela (ES) - Hamburg (DE) | Mittelwert: | 24,6 | 205/216 | |
| 01.05.22 | Nachbetrachtungen, Compostela, Credencial und Ausrüstung |
Pilgerführer:
Begleitet hat mich auf dieser Tour dieser gute Pilgerführer von Raimund Joos, der unterwegs auch als "German Bible" bezeichnet wurde - nicht ganz zu Unrecht :-)
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| Caminho Portugues von Raimund Joos ISBN 978-3-86686-525-9 15. Auflage von 2022 Preis 17,90 Euro |
18.04.2022 Anreise nach Porto
Nun geht es endlich mal wieder auf einen Jakobsweg. Corona hatte ihn die letzten beiden Jahre verhindert.
Der Portugisische Weg "Caminho Portugues" von Porto nach Santiago de Compostela ist ca. 260 km lang und verläuft je zur Hälfte in Portugal und Spanien.
Die Anreise verlief einfacher als befürchtet, weil zusätzlichen Hürden wegen Corona zu meistern sind (Impfzertifikate, Passenger Locator Form, ...). Mein Schwesterlein brachte mich netterweise um 4:45 Uhr zum Flughafen, was recht früh war, aber dafür war ich bereits mittags im Hotel in Porto. Mit der Metro fährt man für 2,60 Euro vom Flughafen bis in die Innenstadt und geht den Rest dann zu Fuß. Mein Hotel liegt im Zentrum und von dort kann ich mich mit Wasser und anderen Dingen eindecken, Essen gehen, die Kathedrale ansteuern und den Weg beginnen.
Abflug in Hamburg um 6:10 Uhr nach München. Der Mond hatte ein wenig die Rolle der Sonne übernommen, die in Reiseflughöhe im Gegensatz zum Boden schon deutlich präsent war.
Anflug auf Porto gegen 10:00 Uhr. Markant ist die Kleiderbügelbrücke im Hintergrund über den Douro. Links davon liegt die verwinkelte Alt- und Innenstadt von Porto.
Erstaunlicherweise funktioniert das Höhenprofil von Komoot auch bei Flugreisen. Ich hatte Komoot testweise die Flüge aufzeichnen lassen.
Das Einwickeln des Rucksacks mit Folie sowie das Verschnüren mit Wäscheleine, die man sowieso dabei haben sollte, verhindert, dass Gurte oder Riemen herausragen und beim Transport Schaden nehmen.
Die ersten Spezialitäten bestanden aus Cafe Americano sowie Nata für zusammen 4,00 Euro.
Diese Urinale finde ich eher suboptimal, weil sie sehr kurz gehalten sind. Man muss näher herantreten als bei uns und läuft Gefahr, die Keramik zu berühren. Entsprechend groß sind die Pfützen davor...
Im Bahnhof von Porto besah ich mir nochmal die Fliesenbilder mit Motiven aus der Zeit der Kreuzzüge. Viele Touristen machen zwar Fotos, aber die wenigsten schauen mal genau hin.
Selfie des Tages mit einem Wegweise-Monolithen im Galizischen Stil, der hier den Beginn dieses Jakobswegs symbolisiert.
Die Kathedrale von Porto. Diesmal gab es einen Stempel, allerdings von einer griesgrämigen Frau an der Kasse.
Über den Dächern von Porto ein Blick auf den Douro, dem Fluss, der Porto teilt.
Diese Häusergruppe sieht auf dem ersten Blick sehr nett aus, aber würde man die Stützen ganz rechts entfernen, fällt alles wie ein Kartenhaus zusammen.
Dies ist die typische Vintage-Deko in meinem Hotel "Pao de Acucar". Ähnliche Teile stehen auf jeder Etage herum.
Dies ist der Treppenaufgang zu meiner Etage 😀
Nochmal ein wenig Douro von der Altstadt aus betrachtet. Es waren mir aber zuviele Touristen dort.
Mein Essen von Heute: Gnocci mit Käse und Tomatensoße.
Dies ist der Beilagensalat für 1,50 Euro ohne lappige Spargel. Wohl gestärkt geht es morgen auf Tour.
Kommentare:
#1 RE: 18.04.2022 — 2022-04-18 21:13
Hey, es hat alles geklappt mit der Anreise. Ich wünsche dir einen super Caminho!
#2 Portugal - Land der Entdecker... — 2022-04-19 05:57
Boa Viagem, lieber Michel!
#3 Nachweislich Ausland — 2022-04-20 08:32
Es sieht wirklich anders aus als hier im Land. Finde ich richtig gut. Das ist ein richtiger Einstieg.Weiter so.Gute Laune. Was für ein Hotel!
#4 RE: 18.04.2022 Anreise nach Porto — 2022-05-04 18:44
An die Fliesenbilder im Bahnhof kann ich mich auch noch gut erinnern. Hatten wir damals keinen Stempel in der Kathedrale bekommen?
19.04.2022 von Porto nach Vila do Conde (34,4 km)
Meine Bar hatte leider verspätet aufgemacht, was in Portugal und Spanien aber nicht ungewöhnlich ist. Um 7:45 Uhr verließ ich jedenfalls das Hotel und passierte um 7:50 Uhr die Kathedrale. Gut, dass ich wusste, dass man runter zum Fluss geht und dann nur noch dem Fluss nach Westen folgt. Dort traf ich Wolfgang aus Stuttgart, mit dem ich dann zusammen ging. Später kamen noch Christian aus Oldenburg und Leen aus Antwerpen hinzu. Der Holzweg an der Westküste war sehr stürmisch den ganzen Tag über und da ich wegen der Übernachtung untentschlossen war, begleitet ich Wolfgang bis Vila do Conde. Zusammen mit Christian kam ich im Hotel Brazao unter, das für 40 Euro auch bereits um 7:00 Uhr ein Frühstück anbietet. Nach einer Pause nach dem Einchecken um 17:00 Uhr verabredeten wir uns zum Essen am Fluss und Will aus Holland war auch mit dabei - eine nette und gesellige Runde. Leider habe ich meinen Nacken verbrannt, weil Sturm eben nicht vor Sonne schützt.
Toast mit Käse und Kaffee zum Frühstück.
Selfie des Tages gleich nach dem Start.
Die engen Gassen in der Altstadt von Porto...
...und die bunten Häusergruppen mit und ohne Fliesenverkleidung.
Die Brücke am Douro vor der Morgensonne.
Stilleben am Douro mit Fischerbötchen.
Wir rätselten, ob die orangen Dinger an den Palmen in Wirklichkeit Datteln werden sollen, wenn die mal groß sind. Aber was soll es sonst sein?
Etwa 10 s bevor wir die Schranke der Brücke passieren wollten, wurden sie geschlossen und wir mussten 10-15 Uhr auf das Öffnen der Klappbrücke warten. Ein Container-Schiff passierte die Brücke. In dieser Zeit schlossen eine Reihe von Pilgern hinter uns auf.
Ein Stück Strand,...
...der Leuchturm...
...und ein kleines Fischerdorf am Holzweg.
Diese Blumen, die auf mich irgendwie kündtlich wirken, erobern die Felsen am Strand,
Die Brücke in Vila do Conde mit dem Kloster rechts oben.
Am Fluss, wo wir abends aßen, befand sich ein leider geschlossenes Museum, sowie der Nachbau eines Schiffs, mit dem die Portugiesen die Welt eroberten.
Den Stein von Christian muss ich noch irgendwo hinterlegen mit einem Hinweis auf die Facebook-Gruppe. Irgendwer findet ihn dann vielleicht.
Kommentare:
#1 die Klappbrücke — 2022-04-20 08:42
ist unglaublich. Ich denke hier gibt es sowas nicht. In England schon. Stell dir vor du bist darauf und ruscht herunter! Dein Weg am Meer ist gut gewählt.ich liebe das Meer und deshalb auch die Bildererfreuen mich. Du warst früh unterwegs, keine anderen Menschen. Das mit dem Stein hinterlegen ist was besonderes. hoffentlich wird er gefunden
#3 RE: 19.04.2022 von Porto nach Vila do Conde (34,4 km) — 2022-05-04 18:48
Ha ha, ohne Plumpsack Claudi im Gepäck bist Du diesmal ohne Unterbrechung nach Vila do Conde gekommen. Ich weiß noch, wir hatten dort lecker gegessen
20.04.2022 von Vila do Conde nach Fao (21,4 km)
Das zu um 7:00 Uhr versprochenen Frühstück entpuppte sich als gutes und leckeres Buffet, um nicht hungrig auf den Weg gehen zu müssen. Gegen 8:30 Uhr bin ich aber erst gestartet und verfolgte den Weg durch die Stadt Richtung Norden. Wieder ging es hauptsächlich über die Holzstege, die man sogar dort hingebaut hatte, wo es aufgrund von stabilen Feldwegen gar nicht Not tat. Jedenfalls holte mich Christian, mit dem ich schon frühstückte, am Ende von Vila do Conde ein und wir gingen bis Fao zusammen.
Dort kam ich nach längerem Hin und Her in der Casa da Matriz unter, als einziger, aber sehr herzlich aufgenommener Gast. Die Wirtin Rita hat dort ca. 6 sehr gemütlich eingerichtete Doppelzimmer mit gemeinsamen Bad. Nur meines hat ein eigenes Bad und eigene Dachterrasse und kostet inklusive Willkommensbier und Frühstück zu um 7:00 Uhr 35 Euro. Meine Waden und Füße freuten sich über ein Bad zur Entspannung.
Abends traf ich mit Christian beim essen und ging dann recht früh ins Bett. Man sieht in der Gegend einige Vorbereitungen zum 25. April, dem Nationslfeiertag in Portugal. Zu diesem Anlass werden die Straßen bunt und leuchtend geschmückt usw.
Jedenfalls muss ich die Bindung meiner Schuhe verändern, damit Waden und Füße nicht weiter gequält werden...
Der kleine Hinterhof bietet immerhin Platz für ein Kreuz.
Weiter durch die zum Teil engen Straßen von Vila do Conde.
Dann wieder Holzstegwege, die zwar gut zu gehen sind, aber irgendwann auch langweilig werden.
Zwei Pilger aus Asien, die Ihren lauten und immerwährend, klackenden Stöcken mal eine Pause gönnen.
PlantNet spricht hier zu 53% von einer Hottentottenfeige. Die wuchsen hier überall.
Solche Sandverwehungen mussten wir vor allem gestern erklimmen, aber der Sturm von gestern war heute nur noch ein Wind.
Zitronen im Vorgarten.
Totenschädel am Wegesrand. Was mag hier bloß geschehen sein? Wir fragten lieber nicht und gingen schnell weiter.
Ein Friedhof mit bedrohlich dunkler Wolke. Die nächsten Tagen sollen aber erst Regen versprechen.
Bei Mönchen und Priestern, die Kinder im Arm halten, muss ich mittlerweile sofort an den "normalen" sexuellen Missbrauch in der Kirche denken, den die Kirche nicht korrekt aufarbeitet und der von unserer Justiz offenbar auch nicht verfolgt wird.
Meine Beherbergung für heute Nacht - Casa da Matriz. Das Haus erkennt man erst, wenn man direkt davor steht und das Schild ließt. Mangels erkennbarer Straßennamen brachten mich freundliche dort hin.
Selfie des Tages mit Willkommensbier.
Mein Doppelzimmer mit eigener Dachterrasse.
Mein Bettchen, in dem ich dies jetzt hier tippe, anstatt um 2:18 Uhr zu schlafen :-)
Meine Badewanne, die mir nach nur zwei Tagen schon gut tat.
Kommentare:
#1 Was für eine noble Unterkunft! — 2022-04-21 13:26
Paßt das für einen Pilger? Ich gönne es dir von Herzen!
Was für ein Unterschied in der Natur und Dörfern zur letzten Pilgerschaft. Das Land ist ärmer aber sehenswert.Alles Gute für morgen mein Sohn. Mutti
#2 RE: 20.04.2022 von Vila do Conde nach Fao (21,4 km) — 2022-05-04 18:50
das Superbock free Foto kenne ich aus einer anderen Perspektive 
21.04.2022 von Fao nach Viana do Castelo (27,9 km)
Das Frühstück bei Rita war pünktlich und und sehr nett gestaltet mit Toast, Ei, Kaffee usw. und so brach ich um 8:00 Uhr auf zu neuen Taten bzw. Schritten. Es ging quer durch die Stadt, ohne überhaupt auf dem Weg bekannte Gesichter zu sehen.
Hinter Esposense verlief der Weg dann weg von der Küste ins Landesinnere und nun kam ich auch mental auf dem Camino an: Ein kurzer Schauer, auf, ab, steinige Wege, kleine Ortschaften mit und ohne Bars usw.
Ich erreichte Viana do Castelo bevor dort der große Regen startete. Ich hatte ein Zimmer im Hotel do Parque direkt am Eingang der Stadt gebucht. Nur 200 m entfernt sollte ein lokal sein, zu dem ich irgendwann hin sprintete, weil der Regen einfach nicht aufhörte. Niemand der Angestellten sprach etwas fremdländisches und da der ältere Kellner Rindersteak statt Fisch brachte und ich vorher schon etwas Schinken mit dem Hinweis "Vegetariano" zurück gehen ließ, versuchten zwei Däninnen und ich ihm begreiflich zu machen, was ein Vegetarier ist. Kein Spaß das ganze Theater, aber immerhin gab mir mein Hotel noch eine große Flasche Wasser mit, weil ich im Regen kaum einkaufen konnte...
Ein Mandarinen- oder Clementinen-Baum im Vorgarten.
Endlich mal Tiere, die ich fotografieren konnte. Das Oberschaf fand das aber doof und bölkte zu mir rüber. Als ich zurück bölkte, stiegen nicht nur er sondern auch seine Damen mit ein. Ich ging dann weiter.
Die Kirche der kahlen Krohnen.
Selfie des Tages vor einem Spaßwegweiser mit etwas Küste im Hintergrund.
Hübsche Blüte, die man immer mal wieder hier sieht.
Dito.
Und auch diese Blüte kenne ich von zuhause nicht - sehr filigran und farbenfroh gemustert.
Großreinemachen im Dorf für den vermutlich bevorstehenden Feiertag am 25. April.
Hier an diesem Monolithen entwickelt sich gerade ein lokales "Cruz de Ferro", wie man es vom Camino Frances her kennt.
Erstmalig ging es durch Eukalyptus-Wäldchen, ...
... schmale Steinbrücken ohne Geländer ...
... oder Wege, die die Freunde der Flip-Flop-Fraktion an ihre Grenzen bringen.
Ich finde es immer interessant zu sehen, wie andere Völker mit dem Thema Tod und Bestattungen umgehen. Hier findet man häufig Fotos der Toten direkt am Grabstein als Plakette angebracht.
Diese Rose (?) fand ein kleines Loch in der Mauer, um dem Garten dahinter zu entfliehen. Sie war aber nicht allein und die Mauer eigentlich sehr massiv.
Mittagspause in einer Bar mit einem kalten Bier (ohne Alkohol), Käse-Toast und gemischtem Salat für 8,50 Uhr. Das Dressing bestand ganz kreativ aus Barbecue-Soße und vermutlich Joghurt-Dressing.
Die Herberge des Grauens. Hast Du keine Fenster, hast Du auch keine Probleme beim Lüften. Hier blieb ich verständlicherweise nicht.
Dies ist mein Hotel, das aus dieser Ansicht schlimmer aussieht als es ist. Es hat sogar einen riesen Swimmingpool, der allerdings bei Dauerregen nicht einladend wirkt.
Mein Abendessen für verhältnismäßig teure 18,50 Euro: Cod-Fisch, Reis, Salat und etwas Wein. Ach ja und die nicht bestellte Vorspeise, also etwas Brot, Butter sowie Käse wurden auch berechnet.
Der Swimmingpool am Abend direkt vor meinem Fenster.
Während ich dies jetzt um 4:00 Uhr tippe, macht der Regen erstmalig Pause. Wahscheinlich ist die Wolke jetzt leer. Das ist gut, weil ich morgen früh nicht im Regen die 30 km nach Caminha tappern möchte.
Kommentare:
#1 Saudade — 2022-04-21 16:48
- Saudade -
Hallo Michel,
Dankeschön das du uns wieder mit auf die Reise nimmst und uns die Chance gibst, dieses tolle Ereignis mitzuerleben.
Alles Gute und beste Grüße, Martin
Ps. der Weg ist das Ziel
#2 Steak, mein armer Sohn — 2022-04-22 08:07
Bin mit dir gegangen. Dein Hotel des Grauens, so was gibt es doch gar nicht. eher zerschossene Ruine. Die eine Blume, die gestreifte, sieht nach Klematis? aus. Sonnenschein für heute und trockne Schuhe. Bis morgen
#3 Schöne Reise — 2022-04-22 14:55
Hallo Michael,
schön das Du wieder Reisen kannst.Danke das wir dabei sein dürfen.Was dort alles blüht.Calla,Passionsblumen,Strelizien.
Die Fotos sind toll.
Liebe Grüße
Uwe
22.04.2022 von Viana do Castelo nach Caminha (30,0 km)
Das Frühstücksbuffet war sehr reichhaltig und so konnte ich mir für unterwegs ein Käsebrot machen und dabei den Ausblick aus der 6. Etage genießen.
Von ca. 8:15-16:15 Uhr war ich heute allein unterwegs und musste die eine oder andere geschwätzige Gruppe aus der Nähe abschütteln. Trotzdem gab es immer mal wieder Kontakte zu den anderen Pilgern, wie z.B. der Polnischen Mutter, die mit einem Baby/Kleinkind im Buggy auf dem Camino unterwegs war und trotzdem alles dabei hatte. Die Wege wechselten von Küste, Stadt, Berge, auf, ab, überflutet, matschig, eben, steinig und trocken. Alles war dabei.
Schade ist, das Füße und Schuhe irgendwie nicht mehr richtig zusammen passen. Dabei hatte ein spezieller Schuhmacher sie in Hamburg einmal professionel geweitet. Mir ist noch nicht ganz, wie ich weiter mache. Ich muss sowieso entscheiden, ob ich mit dem Boot nach Spanien rüber fahre, um den Weg über Vigo zu gehen (die Fähre ist seit monaten defekt) oder ob ich den Grenzfluß Miño bis Valenca weiter gehe und überhaupt.
Vom Frühstücksraum konnte ich nochmal zurück schauen auf die Brücke, die Gustave Eiffel entwarf und baute. Unten fahren Metro-Züge und oben fahren Autos und quetschen sich die wenigen Fußgänger.
Auf dem Küstenweg waren viele Schnecken unterwegs, die eilig die Wegseite wechselten. Sogar auf Sand hinterlassen sie ihre Schleimspuren.
Tolle Küstenansicht mit dem Restgebäude einer alten Windmühle.
Hier ein ähnliches Motiv.
Michel in seinem zurückgestülpten Lieblingsoutfit beim Selfie des Tages.
Verfallende Gebäude im Landesinneren.
Bunte Blüten, die mich an meine Grünpatenschaften zuhause erinnerten. In Hamburg explodiert sicher gerade die Natur.
Ansicht aus Ancora mit Resten einer alten Festung.
Das Meer scheint hier nie ruhig zu sein.
Diese Blumen waren die freundlichen Dauerbegleiter an der Küste.
Die Pferde stören sich nicht an der Brandung.
Kurz vor Caminha sieht man im Hintergrund den spitzen Berg, der allerdings schon zu Spanien gehört. Dazwischen liegt der Grenzfluss Miño.
Wieder mal so tolle Blüten an einem Strauch.
Die Pizza war gar nix besonderes, eine von acht vegetarischen oder gar veganen Varianten. Die Menu del Dia bzw. Menu de Peregrino sind hier gar nicht häufig zu finden.
Dies sind die Fußwaschbecken für die Kneippschen Anwendungen, also Wechselbäder mit warmen und kaltem Wasser. Das tat den lahmen Füßen wirklich gut.
Kommentare:
#1 Schuh-Füße Probleme — 2022-04-23 13:02
kann man vielleicht bei nassen Schuhen mit Zeitungspapier verbessern. Da wo es kneift mit Zeitungspapier ausstopfen. An der Stelle soll es sich dann weiten und das Leder trocknen. Das Wetter ist wohl nicht gutgehend gut. Man sieht es am Foto. Hoffentlich wird es besser. Alles gute mein Sohn
23.04.2022 von Caminha nach Vila Nova de Cerveira (15,3 km) (2)
Es gab ein reichhaltiges Frühstück, so dass man sich sogar noch ein Brötchen für unterwegs schmieren konnte. Da ich mich in der Nacht unter Abwägung diverser Parameter dafür entschied, den einfach zugehenden Rad- und Fußweg Richtung Valenca zu gehen, beging ich ihn mit den Croques - und das erstaunlich gut. Ich blieb allerdings in Vila Niva de Cerveira, um Waden und Füßen eine Schonung zu gönnen. Dort war ein riesen Markt, der auf mich eher wie ein Basar wirkte. Nun gab es für mich auch mal ein Bettchen im 3-Bett-Zimmer. Die Herberge war aber super und die Helfer vor Ort sehr freundlich.
Meine Übernachtungsstelle, vor der einige Pilger auf das Taxi warteten, dass sie zum Hafen bringt, wo ein Boot wartet, dass sie rüber auf die Spanische Seite bringt, wo sie ihren Weg über Vigo antreten wollen.
Der Marktplatz mit Brunnen und Wehrturm, durch den dieser Jakobsweg verläuft.
Da der Weg heute am Fluss verlaufen sollte, der über einen gut ausgebauten Rad- und Fußweg verfügt, bin mit meinen Croques gestartet. Füße und Beine waren dankbar.
Selfie des Tages.
Dies ist die eigentliche Fähre nach Spanien, die zurzeit aber defekt ist.
Die Gegend am Wasser.
Schnecken - wie immer Symbole der Langsamkeit.
Dito.
Schon wieder Apfelsinen und Zitronen im Garten.
So ein Bild hatte ich schon mal, aber mit dem Meer im Hintergrund.
Der schöne Aufenthaltsraum der Herberge...
...andere Sicht.
Kommentare:
#1 Denke an deine Füße und Waden — 2022-04-25 09:20
und freue mich, dass du den Tag überstanden hast. Wie schön, dass es noch so alte Gemäuer gibt und man durch diese Gassen gehen kann.Der weg am Meer wäre für mich die Wah lweil ich es so liebe aufs Meer zu sehen. eine schöne Zeit mein Sohn.
24.04.2022 von Vila Nova de Cerveira nach Tui (21,0 km)
Die Nacht in der privaten Herberge war sehr ruhig und ich konnte sogar kurz duschen bevor der Betrieb startete. Etwas müde aßen wir unser Frühstück und zogen dann nach und nach los - ich mit einem Peregrino aus Portugal.
Diesmal versuchte ich den einfach zu gehenden Weg wieder mit den Wanderstiefeln zu gehen und das ging so gerade. Diverse Passagen ging ich nun auch alleine und in Gedanken versunken meinen Weg. In Valenca angekommen, trank ich dort in der Bar einer Pilgerherberge ein erfrischendes Bier (ohne Alk) und ging dann den Weg durch die Altstadt bzw. der alten Festungsanlage von Valenca. Kurz vor der Grenzbrücke gönnte ich mir noch eine Portion Pimentos Padron - eine Portugiesische Spezialität.
Untergekommen war ich in einem Einzelzimmer der privaten Herberge Ideas Peregrinas in Tui direkt neben der Kathedrale. Dort gibt es Morgen wie schon 2017 leckeres Biofrühstück.
In der Stadt, also vor meiner Tür, wird aus einem mir unbekannten Grund eine Fiesta gefeiert. Viele Menschen sind auf der Straße, auf der auch viel Musik gemacht wird. Ein buntes und tolles Treiben also.
Das Abendessen gab es in einer Pizzeria in Begleitung einer netten jungen Mitpilgerin aus Dänemark :-)
Start in der Herberge.
Ich erfreue mich immer wieder an den bunten Blüten aller Arten von Pflanzen am Wegesrand.
Hatte ich diese Schnecke schon in meiner Sammlung?
Der Rad- und Fußweg am Rande des Rio Miño ist unter anderem auch für Fuhrwerke verboten.
Seltsam altertümliche Schranke am Bahnübergang. Autofahrer müssen sie selbst von Hand öffnen, durchfahren und danach wieder schließen.
Seitenblick auf den Fluss mit einigen Booten auf der Spanischen Seite.
Wieder eine tolle Blütenpracht, aber diesmal in rot.
Da kann meine geplante Wildblumenwiese natürlich nicht mithalten, aber das ist sicher ein Insekten-Paradies.
Das alkfreie Super-Bock gibt es in der Bar der Pilgerherberge auch in dunkel.
Gärten sind besonders praktisch, wenn man anstatt schmuddeliget Erde guten Beton verwedet und ihn dann grün anmalt. Anstatt zu mähen, muss man ihn auch nur noch fegen oder saugen.
Diese gelben Blüten gab es in unserer Cafeteria mal als Tischdekoration. Was das wohl ist?
Die engen Einkaufsstraßen innerhalb der Festungsanlage von Valenca.
Abschied von Potugal mit den erwähnten Pimentos Padron.
Die Grenzbrücke, die angeblich auch Gustave Eiffel entworfen und gebaut hat.
Ankunft auf der Spanischen Seite des Rio Miño ohne jede Grenzkontrolle. Auch hier gibt es keine Maskenpflicht mehr.
Menschengedränge im Rahmen der Fiesta.
Das mag ich an Spanien - den leckeren Gruß aus der Küche, wenn man ein simples Bier bestellt.
Ein Mann auf hohen Stelzen gab unter lautem Musikgetöse etwas zum Besten.
Vorspeisen.
Eine Calzone als Hauptspeise.
Die mobile Straßenkapelle vor meinem Fenster - laut, fröhlich, gut!
Kommentare:
#1 Buen Camino Michael — 2022-04-25 04:12
Enjoying following your journey. Thank you for taking us along with you. Have a wonderful time.
#2 Klasse Fiesta — 2022-04-25 09:31
Hast du Glück das Geschehen mal gesehen zu haben. Vielleicht kommen noch mehr Tage wie diese.
#3 Pflanzen — 2022-04-25 18:38
Hallo Michael,
zu den Pflanzen. 1.Protea, 2. Zylinderputzer.
Gruß Uwe
#4 RE: 24.04.2022 von Vila Nova de Cerveira nach Tui (21,0 km) — 2022-05-04 18:57
… das Essen sah für spanische Verhältnisse echt lecker aus
25.04.2022 von Tui nach Mos (23,4 km)
Abgesehen von dem Lärm (laute Musik) der draußen bis ca. 4:30 Uhr andauerte, war es eine ruhige und entspannte Nacht. Das Frühstück war ok und um ca. 8:15 Uhr war für mich Abmarsch. Bis auf zwei kurze Begegnungen mit einem jungen Australier sowie eine jungen Amerikanerin war ich durchgehend allein unterwegs, was ich auch gut fand.
Das Wetter war super mit 15-17 °C ohne Regen und auch die Füße hatten nur wenig Streit mit den Schuhen. Die Gegenden wechselten sich wieder ab mit Stadt, Dorf, usw. Ich wohne nun in einem "Casa" (Haus) für 15 Euro im 5-Bett-Zimmer ohne Stockbetten und mit Gemeinschaftsklo/Dusche. Abends gab es in der dazugehörigen Bar ein Menu del Dia für 10 Euro.
Ich liebe solche Wege.
Ein Tümpel voll mit grünem Würg. Was er wohl für eine Bedeutung hat?
Wieder eine alte Römerbrücke. Ich glaube, dass die Römer überhaupt erst eine gute Verkehrs-Infrastruktur im südlichen Europa geschaffen haben.
Wieder eine Kirche der kahlen Kronen (KdkK).
Selfie an einem Steinkreuz, an dem einige Pilger ihre mitgebrachten Dinge abgelegt haben.
Eine geschmückte Mauer mit Pausenbank am Wegesrand.
Ich bin dem Erschaffer des erhöhten Steinwegs neben dem Wasserweg immer noch dankbar.
Ein kleiner Eukalyptus-Wald. Man riecht das auch gleich beim Betreten.
Meine Mittagskäsestulle, die ich mit der Aprikosenmarmelade vom Hinflug aufpeppte.
Mission Completed, den Stein von Christian habe ich am Monolithen abgelegt, der anzeigt, dass der Weg bis Santiago de Compostela nur noch 99,840 km lang ist. Die Steinablage wurde auch in der Facebook-Gruppe "Oldenburg Rocks" dokumentiert.
Diese Aussicht könnte auch aus Bayern oder der Schweiz stammen.
Meine Kimenate von heute. Das 5. Bett in der Mitte ist eine Frechheit. Nachdem ich aber mitbekommen habe, dass in der Staatlichen Herberge gegenüber eine Spanische Schulklasse eingezogen ist, finde ich meine Butze toll :-)
Dies ist meine Ecke, also die mit der Steckdose und Leuchte. Bis 20:00 Uhr kam niemand mehr dazu, was den Vorteil hat, dass ich in der Etage alles alleine nutzen kann und niemand anderes z.B. schnarcht.
Vorspeise des Tagesmenüs in der vegetarischen Variante: Frittierte Frühlingsrolle beschreibt es am Besten.
Der Hauptgang bestand aus Salat (ohne Spargel) sowie Spanisches Omelette, also Tortilla (Rührei mit Kartoffeln).
Zum Nachtisch gab es Flan, also eine Art Karamell-Vanille-Pudding. Diesen hätte ich als hausgemacht eingestuft, weil er nicht so extrem süß war oder aus einem gekauften Puddungbecher einfach gestürzt wurde.
Kommentare:
#1 Grusel Schlafraum — 2022-04-26 16:15
Micky. Stell dir vor nur ein Mensch würde schnarchen! Deine Wege in der Natur fand ich richtig schhön. Was sind das für Bäume mit Tumoren ohne Blätter. Obenauf sah man Blüten - kann auch an meinen Augen liegen. Ich sehe, die lappige Spargelstange fehlt immer. Hier in der Heimat ist Spargelzeit.
Ich wünschte mir Zitronenbäune auf meinen Balkon. Alles Güte für die Füße. Mutti
#2 RE: 25.04.2022 von Tui nach Mos (23,4 km) — 2022-05-04 19:00
Toller Stein. Einiges kommt mir sehr bekannt vor
26.04.2022 von Mos nach Pontevedra (30,3 km)
Die Bar unter mir hatte um 7:00 Uhr leider nicht geöffnet, so wie überall verkündet und weil sie um 7:30 Uhr immer noch nicht geöffnet hatte, musste ich eine Vordachbarriere überwinden, um zu den Pilgern von gegenüber zu gelangen. Die wussten immerhin, dass die Bar gar nicht für Frühstück öffnen würde ... also Notbanane vertilgt und ohne Kaffee los. Erst nach 2 Stunden fand ich eine Bar, die nicht nur einen guten, heißen und kräftigen Cafe con Letche anbot, sondern dazu auch sehr leckere Impanadas. Das ist mit Gemüse und Thunfisch gefüllter Teig. Nun waren meine Parameter alle im grünen Beteich :-)
Über Redondela, Cesantes und Arcade ging es weiter nach Pontevedra. Mittags gab es etwas Nieselregen, aber die letzten zwei Stunden regnetes es heftiger. Meine Schuhe waren zum Glück nicht abgesoffen. In Pontevedra habe ich ein kleines und sehr einfaches Zimmer und trockne dort meine Klamotten vom Schweiß. Waschen tun die hier nämlich nicht. Füße und Waden haben die gut 30 km gut mitgemacht. Vielleicht hat sich mein Körper nun auf den Weg eingestellt.
Typischer Weg am Morgen.
Zwischendurch mal eine weite Aussicht.
Impanada und Cafe con Letche zum Frühstück - daran könnte ich mich gewöhnen.
Selfie des Grün-Parameter-Michels nach dem Frühstück.
Mit diese Bussen werden bedtimmte "Pilger" wieder abgeholt, irgendwo ins Hotel gefahren und am nächsten Morgen wieder gebracht. Allerdings würde eine wahrhaftig pilgernde Schulklasse für alle anderen eine echte Konkurrenz um die Betten in den Herbergen bedeuten. Also schon ok so.
Eine Karateschule unterwegs.
Erstaunlich wie übersetzungstechnisch aus einem "Seal" statt eines "Stempels" nun eine "Dichtung" werden kann.
Manche Rentner bessern mit solchen selbstgebastelten Angeboten ihre kärgliche Rente auf.
Blick von Arcade rüber nach Ponte Sampaio. Die Fahrbahn ist einspurig und es gelingt sich zu einigen, wer zuerst fährt, ohne sich in die Haare zu kriegen - in Deitschland undenkbar. Aus dem Cafe von Gegenüber beobachtete ich das.
Im Cafe von gehenüber gab es übrigens mein 2. Frühstück.
Die bekannten Kornspeicher auf Stelzen, damit die Nager nicht dran kommen.
Schöner Wegteil.
Steinige Wege.
Rastplatz mit Figuren ähnlich denen auf dem Camino Frances vor Pamplona - leider ohne Sitzgelegenheiten.
Schöner Garten für später vielleicht?
Spanisches Pilgerjungvolk, dass immerhin das Gepäck dabei hat.
Die letzten Kilometer vor Pontevedra an einem Flusslauf.
Der Weg im Tunnel.
Wegen irgendwas gönnte ich mir ein Menu del Dia und man war wahrhaftig bemüht, mir eine vegetarische Alternative zu bieten. Hier Salat als Vorspeise.
Schollen mit Kartoffeln bildeten den Hauptgang.
Und zum Schluss gab es einen Pfannenkuchen mit Schokoladensoße und Vanilleeis.
Kommentare:
#1 Fruhstuck — 2022-04-27 05:24
Lieber Michi, Danke für die Teilhaber am Weg. Nun frühstücken ich wieder mit Nachberichten von dir..
Ich hoffe die Wiese mit den Muhkuhs und den Hörnern wiederholt sich nicht.
Stay save...
Egal weiterhin Buen Camino
27.04.2022 von Pontevedra nach Caldas de Reis (23,0 km)
Mangels guter Möglichkeiten, bin ich fertig gesattelt um 7:20 Uhr gestartet, aber ein netter Spanier wusste, wo man um diese einen Kaffee her bekommt und verriet es mir. Dort traf ich überaschender Weise Will den Holländer vom 2. Tag wieder.
Den Rest des Wegs ging ich für mich alleine und nur einmal schloss ich mich einer sehr netten Dreiergruppe an. Unterwegs trifft man sehr gemischtes Volk und jetzt leider auch hier viele Spaßpilger, die laut schwatzend in größeren Gruppen ab z.B. Tui daher kommen, um lediglich die 100 km zu laufen und zu belegen, um später die Urkunde (Compostela) zu bekommen.
Mehrfach musste ich heute den Regenponscho zücken, was mich nun vollends schweißnass machte. Eine Reinigung der Klamotten tat dringend Not. Die nächsten beiden Tage soll es für den restlichen Weg nach Santiago aber schön werden. Das würde mir gut gefallen. Zur Vorsicht habe ich die nächsten beiden Übernachtungen reserviert und dann muss ich mal schauen, ob ich weiter Richtung Fisterra gehe - kommt Zeit, kommt Rat.
Die Gelegenheit im Aufzug war günstig ein Spiegel-Selfie zu machen.
Frühstück in einer Bar am Ortsausgang von Pontevedra. Zum Kaffee gab es einen nicht überzuckerten Muffin und zum Brot mit Käse wurde mir noch Butter mit Erdbeer-Marmelade angeboten.
Ich weiß, diese ekligen Schnecken gibt es auch bei uns, aber irgendwie gehören sie ja auch in meine Sammlung.
Diese schöne und schillernde Schnecke war richtig schnell und ich kam kaum hinterher, um sie zu fotografieren.
Querung der Gleise irgendwo.
Die Guardia Civil hatte heute große Freude daran, den Pilgern ihre Ausweise abzustempeln. Das war neu, aber warum auch nicht?
Zwei schöne Wegweiser. Der Monolith ist der Offizielle, ...
... aber den Pfeil aus Blüten hat jemand anderes dort platziert.
Zum Mittagessen gab es wieder Impanada con Thuna sowie ein alk-freies Bier.
Ein im Sommer und Herbst sicher noch schönerer Weg, wenn dort über den Köpfen Weintrauben herab hängen.
Ein wunderschöner Baum zusammen mit einer Wasserquelle. Vielleicht der Ortskern?
Flieder? Er roch jedenfalls so. Jedenfalls gibt der Strauch alles, was blütentechnisch möglich ist.
Das Gewässer und die Ufer von der Brücke in Caldas de Reis gesehen.
Eine Wandbemalung an der Außenseite meiner Pension.
Andere Wandbemalungen in der gleichen Straße.
Neben der Kirche wachsen riesige Palmen, die ich kaum auf das Foto bekam.
Kleines Mittagessen nach der Ankunft. So ein Salätchen ist schon lecker.
In dem Restaurant bekam ich die rettende Info, wo man seine stinkende Kleidung waschen lassen. Meine hatte es dringend nötig und hier in der Nähe in einem Waschsalong klappte es super. Waschen = 3 Euro und Trocknen = 2 Euro. Beim Hospitalero von neulich war das doppelt so teuer.
Ich weiß, der Kerl ist heute nur am Essen. Ja, machmal muss das so sein - Salat und Hummus.
Frohe Kunde aus der Heimat: Der Findling für meine Grünpatenschaft wurde von der Stadt gesetzt. Das freut mich echt.
Kommentare:
#1 SOHN — 2022-04-28 10:23
Hattest du zu viel Regen oder Sonne abbekommen? Die bunte Schnecke ist ein Käfer!!! Geht es dir gut?
Mal darf man auch heftig Hunger haben. Deine Beine haben ja bereits einiges geleistet. Es ist schöne Natur und du hast es seit Tage mit Schnecken. Hast du mal welche gegessen? Ach ja, du bist ja Vegetarier. So ein Pulk von Wanderen ist schon belasten. Hab gut Laune. Mutti
28.04.2022 von Caldas de Reis nach Padron (19,9 km)
Heute lief vom Start weg alles gut, also die Klamotten waren gewaschen, das Wetter war so, dass man in kurzen Ärmeln und Hosen gehen konnte, der Weg war etwas kürzer als gedacht und überhaupt :-)
Vor 13:00 Uhr war ich schon bei der Pension Grilo in Padron und mein Zimmer war auch fertig. Nach einem Salat ging ich in Städtchen zurück, um Wasser zu kaufen und um tatsächlich mal die Gegend etwas zu erkunden. Hier und da gab es Kontakte mit anderen netten Peregrinos und ich vetrödelte etwas Zeit, was toll war :-)
In meiner Pension gab es abends leider kein Menu del Dia. Schon ein paar mal war es so, dass dieses günstige Drei-Gänge-Menü nur mittags angeboten wurde und nicht auch abends. Das ist bei den Herbergen wohl anders. Meine abendliche Suppe und der Salat waren nicht der Rede wert.
Ich muss mich noch mal sehr positiv zu den vorgefundenen Toiletten in Bars und Lokalen äußern. Anders, als ich es zumindest auf dem Lande in Süd- und Mittel-Spanien erlebt habe, sind die Toiletten mit funktionierenden Brillen, genug würdigem Klopapier sowie elektrischem Licht ausgestattet.
👍
Das gleiche gilt für die Möglichkeit, sich die Hände zu waschen. Der Wasserhahn funktioniert und bleibt länger als 5 Sekunden an, es gibt Seife und Papierhandtücher. Das klingt zwar pingelig, aber ich habe schon ganz Anderes erlebt. Als ich auf der Via de la Plata einmal lachend mit meinem Telefon in der Hand vom Klo kam, verbot mir ein Wirt, Fotos zu machen. Er hatte wirklich etwas zu verbergen. Hier ist bisher alles gut.
👍
Ein typischer Weg heute im Grünen.
Dito.
Die typische ländliche Ansicht in Nordspanien.
Hier und da sind immer wieder Bemühungen zu erkennen, den Pilgern etwas komfortablere und sicherere Wege abseits der Straßen zu schaffen - so wie hier.
Frühstück in einer Bar irgendwo. Ich weiß, die Bilder wiederholen sich, aber eine Käsestulle am Morgen ist schon nett, weil man ja auch vorher nicht so genau weiß, wann und wo man sie bekommt.
Eine Bar für Pilger am Wegesrand. Die diesbezüglichen Angebote haben sich seit 2017 verbessert.
Ein nicht untypischer Friedhof auf dem Lande. Man wird nicht in der Erde verscharrt, sondern in einem Fach. Wie das genau funktioniert, weiß ich auch nicht. Die Leiche im Sarg müsste ja auch verwesen und stinken. Oder riecht man die dann nicht?
Wieder ein schöner Tunnelweg.
Dieser Kaktus arbeitet sich so langsam durch den Maschendrahtzaun.
Dieser Kaktus kann sich dagegen frei entfalten.
Mitten drin in der Häusereihe eine alte Ruine, von der es kaum mehr gibt, als die äußeren Mauern.
Das Selfie des Tages - es geht ihm gut 😊
Dieses ist der wunderbare Platz vor der Jakobuskirche (hinten). Hier war ich heute häufiger. Links fließt die Sar vorbei und rechts erkennt man das Gestühl der H2O-Bar. Man sitzt im Schatten und es weht ein laues, sehr angenehmes Lüftchen.
Mein Mittagssalat mit Ankunftsbier.
Der Altar der Jakobuskirche in Padron. In der Nähe machte das Boot, welches den Leichnam von Jakob nach Nordspanien brachte, an einem Stein fest. Dieser Stein steht unter dem Altar...
... also hier. Leider stand zunächst eine Gruppe laut schwatzender Pilger an diesem Altar und machten es sich auf den Plätzen der Priester gemütlich. Nachdem ein Kirchenmann seinen Schuh auf eine Kirchenbank stellte, um ihn zuzuschnüren und als die Stempelfrau in der Kirche auch noch den typischen Pilgerkitsch verkaufte, kam mir das alles respektlos und wertlos vor.
Dieser seltsame Vogel hat ebenfalls auf dem Platz vor der Jakobikirche sein Revier und die Leute lassen ihn in Ruhe. Ich hatte schon gedacht, ob das ein alter Geier ist, aber das werde ich zuhause nochmal eruieren.
Kommentare:
#1 Buen Camino — 2022-04-29 17:10
Congratulations Michael. I have enjoyed following your travels and I'm looking forward to doing your route this time next year. I seem to be one year behind you (we did previous Portuguese one year behind you in 2018 also). I often smile at how 'un' vegetarian the Spanish 'vegetarian' dishes are. Safe travels.
#2 Geier — 2022-04-30 06:48
Moin Michael, es freut mich dass ich deinen Weg mit verfolgen darf! Das ist kein Geier, sondern eine Warzenente (eine Hausentenrasse), ich wünsche dir noch viel Freude auf deinem Camino!
29.04.2022 von Padron nach Santiago de Compostela (25,0 km)
Trotz der nicht leisen Nationalstraße N-550 vor der Tür, hatte ich gut geschlafen und es gab wirklich um 7:00 Uhr Frühstück, so dass ich um 7:30 Uhr starten konnte. Zunächst musste ich eine Gruppe freundliches, aber sehr geschwätziges Volk hinter mir lassen und konnte dann allein den Restweg nach Santiago laufen. Natürlich holten mich auch andere nette Grüppchen ein, mit denen sich ein kurzer Plausch ergab. Der Schnellste bin ich ja nicht mehr, will ich auch so im Leben nicht mehr sein - wozu auch?
Der Weg wurde durch Vororte und Wälder abseits der N-550 verlegt, um eben die N-550 zu meiden. So ergaben sich noch schöne Teiletappen durch Wälder und anderes Grün. Wegen der ungewohnt heißen Sonne bei weit über 20 °C war aber Sonnenschutz und Schatten gefragt.
Die letzten Kilometer vor Santiago ziehen sich leider immer sehr lang hin, aber ich fand dann alles schnell wieder, vor allem die Kathedrale und den Pilgersammelplatz davor. Gegen 13:30 Uhr kam ich dort an und machte ein paar Bilder, traf aber keine bekannten Gesuchter. Danach kümmerte ich mich um mein ausstattungsmäßig billiges, aber dafür zu teures Zimmer (75 Euro) und organisierte die Compostela, Wasser und Postkarten für meine tollen Karate-Damen aus Lüneburg. Dabei traf ich dann zumindest den Gerhard aus N. wieder.
Die Messe in der Kathedrale begann um 19:30 Uhr und es war schlau, wegen der Fülle schon um 19:00 Uhr dort zu sein. Sogar der Botafumero kam zum Einsatz. Danach war ich mit Wolfgang aus Stuttgart (vom ersten Tag ab Porto) verabredet, mit dem ich einen sehr schönen Abend beim Italiener verbrachte.
Hier mal wieder die andere Art von Beerdigung, also großflächiger unter Steinplatte und nicht wie in den steinernden "Schubladen" von neulich.
Dies ist die Palme von 2017 von Franzi und Michael. Wegen müder Beine machte ich mir nicht mehr die Mühe, nach der dort versteckten Dose Thunfisch zu suchen.
Der Weg zwischen zwei Steinwänden.
Das unvermeidliche Schatten-Selfie am Morgen. Bei jedem Camino muss es einmal geknipst werden.
Ein Stück des Wegs an Gleisen entlang.
Kurzes 2. Frühstück unterwegs mit "Tarta de Santiago". Dieser Mandelkuchen ist eine leckere, lokale Spezialität.
Um von der lauten und ätzenden Nationalstraße N-550 weg zu führen, ging der Weg immer wieder durch kleine Ortschaften und Wäldchen, so wie hier.
Oder hier.
Das Lästern ist dem Menschen zwar eigen, aber ich wolte die seltsamen meiner Mitpilger nur selten und dann auch nur anonym darstellen :-)
Dies war ein idyllischer Ort und irgendwann lerne ich es noch, einfach anzuhalten und die Füße darin abzukühlen. Mein Camino-Bruder Michael ist da schon weiter als ich.
Der dösende Dorfhund in der warmen Sonne.
Dann gab es wieder etwas Wald direkt vor Santiago...
...und dann noch eine Ortschaft...
...und nach einem ewig lang vorkommenden Weg landet man in der Altstadt von Santiago und man sieht die Türme der Kathedrale.
Geschafft, also nicht nur die rund 270 km von Porto nach Santiago mit doch eher wenig Blessuren, zu Fuß, mit Gepäck und ohne Hilfsmittel. Auch andere Dinge hatte ich erreicht. Da stand ich nun wie alle anderen auf dem Platz vor der Kathedrale in Santiago de Compostela.
Die Sicht auf die Türme der Kathedrale aus der Dachluke meines Zimmers.
Diesmal bestellte ich mir mittags schon ein Tagesmenü (Menu del Dia) und dazu gab es endlich mal wieder Pimientos de Padron als Vorspeise.
Hauptspeise war eine vegetarische Paella. Nach zwei Gläsern "Vino Tinto" war ich etwas "knille".
Dies ist übrigens die Heilige Pforte der Kathedrale, die nur alle 12 Jahre in einem heilige Jahr geöffnet wird. Sie befindet sich auf der Rückseite der Kathedrale und nicht wie dachte, auf der Seite des Platzes.
So sieht meine diesjährige Compostela aus, also das Dokument der Kirche, das bestätigt, dass man mindestens die letzten 100 km eines Jakobswegs gelaufen ist.
Die Front der Kathedrale mit etwas Vorplatz.
Um 19:30 Uhr besuchte ich die auf Spanisch abgehaltene Messe und der riesige durch die Seitenflügel geschwungene Weihrauchkessel (Botafumero) kam zum Einsatz. Fast alle zückten ihre Smartphones, um das Ereignis zu filmen, was ich wiederum mit diesem Foto einmal zweigen wollte.
Kommentare:
#1 RE: 29.04.2022 — 2022-05-04 19:10
Glückwünsche zum Erreichen von Santiago. Und dann noch mit Botafumeiro - wie schön dass Du die Thunfischpalme wiedererkannt hast

30.04.2022 Rückreise von Santiago de Compostela nach Hamburg
Gestern Abend hatte ich noch alle Optionen für den Rest dieses Urlaubs:
- In vier Etappen bis Fisterra laufen, dort übernachten, mit dem Bus zurück nach Santiago fahren und dann am Folgetag (Mittwoch, 05.05.2022) zurück fliegen.
- Weil ich meine Ziele für diese Reise erfüllt hatte und die Auslastung der Flieger günstig war, schon heute (Sonnabend, 30.04.2022) schon zurück fliegen.
Ich entschied mich für die Option b, weil ich mich auch wieder auf mein Zuhause, meine Lieben und mein Karate freute.
- SCQ - FRA, 17:20 - 19:45, LH 1111
- FRA - HAM, 20:30 - 21:35, LH 36
- - -
Diese Nacht hatte ich lange geschlafen und auch ausgeschlafen. Frühstück gab es im Hostal erst gegen 8:30 Uhr und bis 12:00 Uhr musste ich das Zimmer zurück geben.
So ging ich traditionsgemäß nochmal über den Platz zur Kathedrale, erledigte noch ein paar Kleinigkeiten und traf noch ein paar Leute. Nach der Übergabe des Zimmers wartete ich in einem schattigen Teil des Parks "Almeda", dass die Zeit vergeht und unterhielt mich eine ganze Weile mit einer Mitpilgerin aus Holland, die zur ganzen Pilgerei eine ähnliche Einstellung hat wie ich. Zusammen mit Ihr und anderen fuhren wir mit dem Bus zum Flughafen und nun warte ich auf meinen Flieger nach Frankfurt.
Die Türme der Kathedrale bei Sonnenaufgang aus meiner Luke heraus gesehen. Mit den Augen sah das besser aus.
Frühstück um 8:30 Uhr (!), in meinem Hostal. Danach gab es noch einen 2. Gang mit Käse und Tomate.
Auf der Suche nach Klarsichtfolie, stieß ich im lokalen Supermarkt "Froiz" zufällig auf dessen Schatzkammer - ohne Ende konnte man hier Spargel im Glas kaufen. Gut, dass Zuhause Spargelzeit ist und so muss ich nicht lange nach Spargel darben.
Am Flughafen gab es zum Mittag um 15:30 Uhr nochmals Empanada a Thuna.
Speckig glänzend, unrasiert, körperlich etwas ausgelaugt, aber mental aufgeladen und gut drauf, tritt der Mann die Heimreise an.
Die üblichen Nachbetrachtung folgt morgen oder übermorgen :-)
01.05.2022 Nachbetrachtungen, Compostela, Credencial und Ausrüstung
Dieser Camino kam im richtigen Moment in einer zuvor sehr hektischen und manchmal auch belastenden Zeit. Zwei Jahre konnte ich wegen der Covid-19-Pandemie keinen solchen Weg mehr gehen, wobei er für meine Regeneration immer mehr als hilfreich ist. In diesem Jahr klappte es aber und der Caminho Portugues ist mit seiner sehr überschaubaren Distanz von gut 260 km und der leichten Begehbarkeit ein guter Anfang gewesen. 13 Tage war ich von zuhause weg und 11 Tage davon war ich in unterschiedlich langen Etappen von 15 km bis 34 km unterwegs. Der Mittelwert liegt bei rund 25 km pro Tag.
Die Covid-19-Pandemie hatte im Grunde keinen Einfluss mehr auf meinem Weg. Nach ein paar Tagen wurde die Maskenpflicht in Portugal und Spanien komplett gekippt und galt außer im Flugzeug nur noch im Pilgerbüro und der Kathedrale in Santiago de Compostela. Allerdings hatte ich bevorzugt auch nur in Pensionen, Hostals und Hotels übernachtet.
Obwohl meine Schuhe an sich gut eingelaufen sind - ich hatte 2019 den Camino Primitivo in ihnen schon erwandert - bedurfte es einer nicht unerheblichen Eingewöhnungszeit von etwa einer Woche bis Schuhe und Füße wieder zusammen passten. Die anfänglich zu langen Distanzen waren ebenfalls nicht hilfreich. Anders als in den Jahren zuvor hatte ich keine Zeit, um in genau diesen Schuhen längere Wege zu wandern. Ich hatte unterwegs zwar nie Blasen aber es bleiben 3-4 blaue Fußnägel zurück.
Der Portugisische Weg ist nach wie vor sehr schön in all seinen Varianten von Küsten- oder traditionellen Abschnitten. Im ersten Teil in Portugal waren die Deutschen Pilger relativ dominant und im Spanischen Teil die Kollegen aus Spanien sowie Italien und Portugal. Man trifft auch hier buntes Volk aus aller Herren Länder. Ab Tui, dem ersten Ort in Spanien, macht sich leider die Spaß-Pilger-Kultur breit, bei der man nur mindestens 100 km wandert und dafür dann seine Compostela bekommt. Lautes Lachen sowie laute Gespräche unterwegs stören die für mich notwendige ruhige Atmosphäre auf dem Weg. Das finde ich sehr schade und die lauten Pilger können das vermutlich gar nicht nachvollziehen, dass mein Weg anders funktioniert als ihrer. Die Kirchen werten das Pilgern ebenfalls ab, wenn sie wie in Padron aus rein kommerziellen Gründen allerlei Pilgerkitsch verhökern. Das Infrastruktur ist super und von daher ist dieser Weg jederzeit auch für Neulinge mit wenig Zeit eine gute Wahl.
Die Pilgerurkunde (Compostela) als Nachweis, dass man einen Jakobsweg gelaufen ist:
Die Seiten meines Pilgerausweises (Credencial):
Die Ausrüstung 2022
Zu Ausrüstungen hatte ich bereits 2016 in einem Beitrag geschrieben. Daher hier nur ein paar Bilder. Wer Interesse hat, dem schicke ich gern meine komplette Packliste als Excel-Tabelle, in der jedes Teil mit Gewicht aufgelistet ist. Auch jetzt würde ich nochmal ein paar Anpassungen mit Gewichtseinsparungen vornehmen.
Rucksack, Hände & Füße.
Schlafen.
Restliche Klamotten.
Körperhygiene & Co.- gut, dass man z.B. mit Shampoo auch den Körper und sogar bedingt die Wäsche waschen kann. Neu sind die typischen Covid-19-Artikel :-)
Der restliche Kleinkram.
Und was wiegt das ganze Geraffel nun? 13094 g plus meiner Einer. Im Worst-Case-Fall, d.h. sehr heißes Wetter mit viel Zeug im Rucksack, wiegt der Rucksack mit Inhalt nun 10639 g - also 771 g unter Limit, wobei als Limit 10% vom Körpergewicht plus 2 kg Proviant angesehen. Geht doch !!!
Nachtrag vom 01.05.2022: Jetzt wo ich wieder zurück bin, fliegen noch ein paar Teile aus dem Sortiment :-)
Kommentare:
#1 ... adeus und tschüs! — 2022-05-05 11:26
Hallo Michael,
ich bins, Ruth. Wir haben uns im Pilgrim´s Rest bei Vila Nova de Ceveira getroffen und ein kurzes, aber intensives Gespräch gehabt - das ist mir hängen geblieben. Jetzt bin ich auch wieder in Berlin gelandet und habe Zeit, mir Deinen Blog anzusehen. Schöne Erinnerungen! Und eine schöne Idee mit dem Blog, für Dich, Freunde und Mitpilger:innen. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege nochmal zwischen HH, B und dem Rest der Pilger-Welt! Komm gut an zuhause, und einen guten Weg weiterhin!
Ruth


Die Bilder erinnern mich an einen Urlaub dort in der Region vor über 30 Jahren und reizen nun für eine Wiederkehr. Freue mich auf die nächsten Eindrücke.